Die Post in Japan bietet viel mehr als man denken möchte. Natürlich verschickst du dort Briefe und Pakete, aber du kannst auch Geld abheben und Souvenirs kaufen. Auf Japanisch heißt die Post yūbinkyoku (郵便局), die Briefkästen sind rot und das Zeichen für die Post ähnelt dem Katakana-Schriftzeichen te (テ).

Lass uns einmal schauen, welche Dienstleistungen dir die Post in Japan bietet.

1. Brief- und Paketversand

Egal ob Briefe, Pakete oder Postkarten (はがき, hagaki), für den Versand führt der Weg dich zur Post. Deine internationale Post kannst du per Schiff (船便, funabin), Flugzeug (航空便, kōkūbin) oder als Flugzeugversand mit niedriger Priorität versenden. Auch der internationale Expressversand EMS (国際スピード郵便,  kokusai supiido) ist verfügbar.

Wenn du eine Sendung nach Japan schicken möchtest, kannst du hier auch unseren Guide dazu durchlesen.

Wenn du in Japan umziehst, bietet dir die japanische Post einen Weiterleitungsservice für deine Post an. Außerdem kannst du dir beim Verlassen Japans deine Besitztümer mit der Post einfach und relativ günstig nach Hause schicken. Du kannst in diesem Fall für bis zu ein Jahr auch Sendungen an deine ehemalige japanische Adresse an die Adresse eines Freundes weiterleiten lassen.

2. Briefmarken kaufen

Briefmarken (切手, kitte) für nationale und internationale Sendungen werden in den Postfilialen verkauft. Zwar verkaufen auch manche Convenience Stores und Touristeninformationen  Briefmarken, aber bei der Post hast du über das Wiegen und Abmessen deiner Sendungen die Gewissheit, dass die Versandkosten abgedeckt sind.

Auch weitere nützliche Versandmaterialien, wie Briefumschläge (封筒, fūtō), verkauft die japanische Post.

3. Gebührenmarken kaufen

In Japan ist es nicht ungewöhnlich, für die offizielle Bezahlung in Behördenvorgängen Gebührenmarken (収入印紙, shūnyū inshi) zu kaufen. Diese Marken sehen aus wie gewöhnliche Briefmarken, sind aber eigentlich eine Art der Gebührenbegleichung. Die Gebührenmarken müssen an einer Vielzahl offizieller Dokumente befestigt werden, um zu zeigen dass diese bezahlt worden sind. Nur so sind diese dann rechtlich gültig. Die Gebührenmarken sind in unterschiedlichen Beträgen zu erwerben – schaue daher genau nach, welche du für dein Dokument benötigst.

Gotochi Postkarte

4. Postkarten und gotochi kaufen

Gotochi sind regionale Postkarten, welche die jeweiligen Spezialitäten der Regionen Japans zeigen.  Sie sind nur in den Postfilialen der jeweiligen Regionen erhältlich, wodurch sie einen Sammlerwert haben und von Postkartenfans gejagt werden. Wie viele andere Dinge in Japan sind die einzelnen Karten limitiert, was die Nachfrage nur steigert. Gotochi sind außerdem ein schönes Souvenir der Regionen die du besucht hast und nehmen nicht viel Platz in deinem Gepäck ein.

5. Bankkonto bei der japanischen Postbank

Die japanische Postbank bietet in den meisten Postfilialen auch die Möglichkeit, ein Bankkonto zu eröffnen. Hier ein Konto einzurichten bedeutet, dass du nahezu überall in Japan an dein Geld kommst. Nicht alle Banken operieren landesweit, sodass dies ein echtes Plus ist. Aus diesem Grund richten viele Ausländer ein Konto bei der Postbank in Japan ein.

6. Geld abheben

Die japanische Post ist eine der wenigen Anlaufstellen in Japan, bei der man zuverlässig mit internationalen EC- und Kreditkarten Geld abheben kann. Beachte allerdings, dass die Postfilialen in Japan nicht rund um die Uhr geöffnet haben und Geldautomaten nahezu ausschließlich innerhalb von Filialen platziert sind. Informiere dich daher über die Öffnungszeiten deiner örtlichen Postfiliale. Die internationalen Geldautomaten darin sind üblicherweise grün.

7. Geld nach Hause schicken

Wenn du in Japan arbeitest und Teile deines Einkommens in deine Heimat schicken möchtest, kannst du dies neben deiner Bank auch über die japanische Post abwickeln. Stelle sicher, dass dein Land diese Überweisungen akzeptiert und dass du nachweisen kannst dass alle notwendigen Steuern (in Japan und in deinem Land) bezahlt worden sind.

8. Post abholen

Wenn du eine Postsendung verpasst hast, kannst du dir diese mit unserer Anleitung erneut zuschicken lassen, oder du gehst zur zuständigen Postfiliale und holst es dir selbst ab. Nicht alle Postämter bieten diesen Service an, prüfe dies daher einmal bevor du dich auf den Weg machst und denke an die Öffnungszeiten.

9. Versicherung

Die Post in Japan bietet außerdem eine in den Filialen erhältliche Lebensversicherung (生命保険, seimei hoken) an. Sehr praktisch.

Zum Finden deiner nächsten Postfiliale schaue auf die Homepage der japanischen Post.

Wenn du in Japan lebst, wirst du bestimmt häufiger zum Postamt gehen und diese Dienstleistungen kennen lernen. Wir hoffen, dass dir dieser Guide dabei etwas geholfen hat.

Für weitere praktische Tipps zum Leben in Japan folge unserem Go! Go! Nihon-Blog.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung. Den Originalartikel findest du hier.