Wusstet ihr, dass Japan acht verschiedene Regionen hat? Aus der Ferne erscheint Japan mit seinen ca. 127 Millionen Einwohnern oft ein recht homogenes Land zu sein. Uns erreichen vor allem Bilder aus den Millionenstädten mit Scharen von Büroangestellten, denen man keine regionalen Unterschiede mehr ansieht.

Jedoch könnte dies nicht ferner von der Wahrheit entfernt sein. Denn in Wirklichkeit besitzt Japan durch seine starke Nord-Süd-Ausdehnung geographisch und historisch sehr unterschiedlich geprägte Regionen. In diesen finden sich jeweils eigene kulturelle Traditionen, Sehenswürdigkeiten und Naturlandschaften und somit auch genug Gründe, sich mit jeder dieser Regionen Japans auseinanderzusetzen. Im Folgenden wollen wir dir die großen Regionen einmal vorstellen, damit du dir selbst ein Bild von deren Vielfalt machen kannst.

Shibazakura blüht in Hokkaido

Hokkaidō (北海道)

Hokkaidō (北海道) ist sowohl der Name der nördlichsten Region Japans, als auch der Insel auf der diese und die gleichnamige Präfektur liegen. Klimatisch ist die Hokkaidō Mitteleuropa viel näher als die restlichen Regionen in Japan und bietet so auch anderen Landwirtschaftszweigen eine wichtige Existenzgrundlage. So kommt beispielsweise die überwiegende Zahl japanischer Milchprodukte aus dieser Region.

Bekannt ist Hokkaidō außerdem für seine Brauereien, sowie das Schneefestival Yukimatsuri (雪祭り), dass jeden Winter in Sapporo (札幌) stattfindet, der größten Stadt der Insel.

Herbstlandschaft in Tohoku

Tōhoku (東北)

Die nördlichste Region der größten japanischen Insel, Honshū (本州), gelangte 2011 unfreiwillig zu weltweiter Bekanntheit, als Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück schwerste Zerstörungen anrichteten. Tōhoku ist in weiten Teilen noch eine sehr ländlich geprägte Region, verfügt aber über einige der sehenswürdigsten Naturlandschaften Japans.

In der Dörfern und Städten Tōhokus hat sich im Laufe der Zeit auch eine Vielzahl bekannter Volksfeste und Tänze herausgebildet, deren Besuch unbedingt zu empfehlen ist!

Tokyo-Baum von der Spitze eines Hügels

Kantō (関東)

Kantō (関東) ist der Name der Region, in welcher die japanische Hauptstadt Tōkyō (東京) liegt. Ein Großteil der Region ist urbanisiert und bildet so einen nicht endenden Großstadtdschungel, in dem über 30 Millionen Menschen leben und arbeiten.

Neben Tōkyō hat die Region aber auch noch mehr zu bieten, seien es die tollen Wandergebiete zur Naherholung, oder Kulturstädte wie Kamakura (鎌倉) und Nikkō (日光). Es lohnt sich auf jeden Fall, die Grenzen der Hauptstadt hinter sich zu lassen und die angrenzenden Präfekturen zu erkunden!

Kenrokuen-Park in Nagoya

Chūbu (中部)

Die Region Chūbu (中部) grenzt im Westen an Kantō und ist den meisten aufgrund des Fuji (富士山) bekannt, der sich dort befindet. Doch die hohen Gebirge der Region sorgen auch dafür, dass sich hier die meisten Wintersportgebiete Japans finden lassen. So fanden hier auch 1998 in Nagano (長野) die Olympischen Winterspiele statt.

Im Süden der Region befindet sich mit Nagoya (名古屋) außerdem die drittgrößte Metropolregion Japans und in Shizuoka (静岡) werden einige der besten Tees Japans angebaut.

Nacht Straßen in Kyoto

Kansai (関西)

Nach Kantō beinhaltet Kansai (関西) den zweitgrößten Metropolraum Japans. Die Städte Ōsaka (大阪), Kyōto (京都) und Kōbe (神戸) sind hier zur einer durchgängigen Metropole zusammengewachsen, die einen gewichtigen Gegenpol zur Hauptstadt bildet. Während Tōkyō in Japan das Politikzentrum darstellt, wird Kansai oft als das Handels- und Kulturzentrum wahrgenommen – eine Rivalität, die schon einige Jahrhunderte andauert.

Zudem gelten die Einwohner Kansais in Japan als besonders aufgeschlossen und gesprächig, was ihnen mit ihrem etwas derbe wirkenden Dialekt eine Sonderrolle einbringt.

Itsukushima Schreine

Chūgoku (中国)

Die Chūgoku-Region (中国) ist die westlichste Region auf Honshū. Sie enthält ein paar recht unterschiedliche Präfekturen, von denen Okayama (岡山) und Hiroshima (広島) mit den gleichnamigen Städten die bekanntesten sind. Besonders schön anzuschauen sind auch die pittoresken Inseln der Seto-Inlandsee (瀬戸内海), die sich zwischen Honshū und Shikoku erstreckt.

Hervorzuheben ist hier Miyajima, die in der Bucht von Hiroshima liegt und zu den drei schönsten Naturlandschaften Japans gehört. Die Austern der Region sind auch über die Regionalgrenzen hinaus für ihren Geschmack berühmt.

Ansicht von Ehime von einem Hügel

Shikoku (四国)

Shikoku (四国) ist die kleinste der vier japanischen Hauptinseln und eher dünn besiedelt. Dafür bietet die Region zahlreiche heiße Quellen und eine Vielzahl an Tempeln, von denen 88 auf einer der bekanntesten Pilgerrouten in Japan verbunden sind.

Eine der besonders sehenswerten Städten auf der Insel ist Matsuyama (松山), in der die Burg von Matsuyama (松山城) und der ehrwürdige Dōgo-Onsen (道後温泉) auf deinen Besuch warten.

Wasserfall in Kyushu

Kyūshū (九州)

Die südlichste Region besteht aus den Inseln Kyūshū (九州) und Okinawa (沖縄), die auch immer wieder als zwei separate Regionen betrachtet werden. Immerhin liegen zwischen den beiden mehrere Hundert Kilometer. Kyūshū hat eine lange Geschichte als Dreh- und Angelpunkt Japans zur Außenwelt und beheimatet auch einige der aktivsten Vulkane des Landes.

Okinawa hingegen wurde erst viel spatter als die anderen Regionen von Japan erobert und konnte sich so seine eigene besondere Kultur in vielen Teilen erhalten. Okinawa ist ferner auch eines der besten Surf- und Wassersportparadise Japans.

Damit haben wir dir alle in Japan liegenden Regionen kurz vorgestellt – wo zieht es dich hin?