Post aus Deutschland – Ein Paket nach Japan schicken

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Du hast den großen Schritt gewagt und bist nach Japan gezogen, hast dort eine tolle Zeit, aber stellst nun fest, dass du dein Zuhause vermisst? Dann hast du vielleicht deine Freunde oder Familie gebeten, dir ein paar Leckereien, vergessene Klamotten oder Utensilien zu schicken, um Stückchen Heimat bei dir zu haben. In dem Fall solltest du den Absender in Deutschland besser über den Versand nach Japan aufklären, damit das Paket auch sicher bei dir ankommt.

Vieles davon ähnelt dem Versenden eines Pakets in andere Länder, jedoch gibt es ein paar Dinge, die in diesem Land der Regeln und Vorschriften einen echten Unterschied machen können. Wir geben dir ein paar Tipps, falls du ein Paket nach Japan schicken willst.

Verpacken & Verschicken

Die Sachen zum Versenden stehen alle bereit und es ist so weit: alles in den Karton und los geht es! Passe beim Verpacken aber gut auf, dass nichts zerbrechen kann. Der Weg nach Japan ist lang und man weiß nie, wie mit dem Paket umgegangen wird.  Zerbrechliche Sachen sollten in Luftpolsterfolie verpackt werden. Flüssigkeiten zur Sicherheit, falls doch einmal etwas ausläuft, noch einmal in einen extra verschließbaren Beutel, damit nicht alles im Paket verklebt wird. Den übrigen leeren Raum im Paket kann man gut mit Luftkissen sowie geknülltem Zeitungspapier auspolstern.

Es gibt nicht allzu viele Anbieter, mit denen man kostengünstig Pakete nach Japan schicken kann. Hauptanbieter für Privatpersonen ist die Deutsche Post (DHL), deren Preise je nach Gewicht berechnet werden. Für Päckchen bis zu 2 kg zahlt man hier 18 Euro, Pakete bis zu 5 kg kosten 45,99 Euro, bis zu 10 kg sind es 61,99 Euro, usw. Auf der DHL-Webseite gibt es darüber eine Übersicht.

Für Pakete ins Ausland muss eine Zollerklärung ausgefüllt werden. Den Vordruck dafür erhältst du bei der Post und du kannst dann in Ruhe eintragen, was sich alles im Paket befindet. Mache ein Kreuz bei “Geschenk” und achte darauf, dass der endgültige Warenwert unter 10.000 Yen liegt. Ist dieser darüber, fallen in Japan ggf. Zoll- und Einfuhrgebühren an.

Was darfst du nach Japan schicken und was nicht?

Natürlich darf man nicht alles ins Ausland verschicken und darauf solltest du oder derjenige, der dir ein Paket nach Japan schicken möchte, sehr genau achten, sonst kann es passieren, dass das Paket zum Absender zurück kommt oder diese Dinge bei der Kontrolle entnommen werden. Zu den verbotenen Gegenständen gehören selbstverständlich Drogen, Waffen, Pornografie und ähnliches. Eine genau Auflistung findest du auf der Internetseite von Japan Costums.

Aber das ist natürlich nicht alles. Viele Versandanbieter verbieten den Versand von Batterien, Geräten mit Akkus sowie brennbaren oder explosiven Stoffen. Auch Pflanzen und Bargeld dürfen oftmals nicht versand werden, daher empfiehlt es sich eher einen Freund zu bitten sich um deine Zimmerpflanzen zu kümmern. Informiere dich vorher, ob du solche Dinge verschicken darfst oder ggf. eine zusätzliche Erklärung ausfüllen müsst.

Beim Versand von Lebensmitteln solltest du vor allem darauf achten, dass der Versand manchmal nicht nur die angegebenen 1 bis 2 Wochen dauern kann, sondern auch gerne einmal länger. Schicke also nichts leicht verderbliches. Die Einfuhr von Schweine- und Rindfleisch ist gegenwärtig verboten, sowie der Versand von vielen Gemüse- und Obstsorten und auch Milchprodukten wie Käse. Es ist aber kein Problem, verpackte Lebensmittel wie Schokolade, Kekse oder ähnliches in kleinem Rahmen zu verschicken.

Für alkoholische Getränke, Tabakwaren und Parfüm gelten Zollfreigrenzen bei der Menge, die du ebenfalls beachten solltest.

So schreibst du eine japanische Adresse

Zu guter Letzt die Adresse. Auch wenn du dank des Sprachkurses nun zuversichtlicher bist, eine japanische Adresse mit Kanji schreiben zu können, ist es unwahrscheinlich, dass es deinen Freunden und Familie gleichermaßen leicht fällt. Aber keine Sorge, es ist absolut in Ordnung die Adresse in lateinischen Buchstaben einzutragen. Den entsprechenden Adressaufkleber für internationale Pakete erhälst du bei der Post. Darauf schreibst du deine Adresse in Deutschland sowie die Zieladresse in Japan.

Das japanische Adresssystem basiert anders als in Deutschland nicht auf Straßennamen und Hausnummern, sondern auf Verwaltungseinheiten, weshalb man darin neben dem Ortsnamen auch noch die Präfektur, den Distrikt, den Stadtteil und mehr findet. Bei der lateinischen Schreibweise wird im Vergleich zur japanischen die Reihenfolge umgekehrt. Hier ist ein Beispiel:

〒160-0023
東京都新宿区西新宿3-10-5 サンライズビル
田中健太

Mr. Kenta Tanaka
Sunrise Bld., 3-10-5, Nishishinjuku
Shinjuku-ku, TOKYO
160-0023 JAPAN

Auch in Japan hat man Postleitzahlen. Diese sind siebenstellig und du solltest sie beim Schreiben der Adresse nicht vergessen.

Bist du nun gut vorbereitet? Dann auf geht es – Paket packen, Zollerklärung ausfüllen, Adresse drauf und ab nach Japan damit!

Mehr Tipps zum Leben und Lernen in Japan findest du in unserem Go! Go! Nihon Blog!

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