In ein fernes, unbekanntes Land zu ziehen, ist am Anfang meist verwirrend und chaotisch.
 Dieser Artikel soll dir eine Hilfe sein, damit du nach der Ankunft in Japan gut vorbereitet bist und weißt, was du als erstes tun solltest.

Aufenthaltskarte (Residence Card)

Alle Ausländer, die mit einem Langzeitvisum in Japan bleiben, müssen eine Aufenthaltskarte beantragen. In der Regel wird das gleich nach der Ankunft in Japan am Flughafen gemacht, ansonsten kannst du zur nächsten Einwanderungsbehörde gehen und dort deine Aufenthaltskarte erhalten.
 Dafür werden dein ausgefülltes Antragsformular, dein Reisepass und ein Foto benötigt.

Außerdem musst du nach der Ankunft in Japan daran denken, dir eine Zulassung für weitere Aktivitäten ausstellen zu lassen, um zum Beispiel einen Teilzeitjob annehmen zu können.
 Deine Aufenthaltskarte musst du jederzeit bei dir tragen. Wenn ein Polizist oder anderer Beamter deine Aufenthaltskarte sehen möchte, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, sie vorzuzeigen.

Da du deine Aufenthaltskarte jederzeit dabei haben musst, kann es natürlich passieren, dass du sie verlierst oder sie gestohlen wird. Daher ist es empfehlenswert nach der Ankunft in Japan sowohl deine Aufenthaltskarten- als auch deine Reisepassnummer zu notieren und sicher aufzubewahren.

Die Registrierung im System für ausländische Staatsangehörige ist unter anderem auch eine Voraussetzung für den Kauf eines Handys und der Eröffnung eines Bankkontos.
 Genauere Informationen zu der Aufenthaltskarte findest du in einem weiteren Artikel.

Persönliche Identifikationsnummer

Vor knapp einem Jahr wurde in Japan ein einheitliches Steuer- und Sozialversicherungssystem eingeführt. Alle Personen mit Wohnsitz in Japan erhalten nach ihrer Ankunft in Japan eine persönliche Identifikationsnummer, die auch „My Number“ genannt wird. Das System gilt auch für alle Ausländer, die länger als 3 Monate in Japan wohnhaft sind. Verwendet wird sie im Rahmen von Sozialversicherungen, Steuern und Katastrophenbewältigung. Weitere Informationen über „My Number“ findest du hier: http://www.cas.go.jp/jp/seisaku/bangoseido/pdf/lang/10.pdf

Nationale Krankenversicherung

Ausländer, die länger als 3 Monate in Japan bleiben, sollten nach der Ankunft in Japan dem Nationalen Krankenversicherungssystem beitreten. Es basiert auf Einkommen, das heißt, für Sprachschüler mit wenig bis keinem Einkommen ist die Versicherung recht günstig. Um beizutreten, gehst du mit deinem Reisepass und deiner Aufenthaltskarte in das Rathaus deines Wohnorts, füllst ein Formular aus und erhältst dann eine Versichertenkarte. Diese Karte musst du dann bei jedem Arztbesuch vorzeigen.

Durch die Versicherung werden 70% deiner Arztrechnungen gedeckt, es ist also sehr empfehlenswert dem Krankenversicherungssystem beizutreten, ansonsten musst du im Krankheitsfall alles aus eigener Tasche bezahlen – und das kann teuer werden.
 Wer mit Hilfe von Go! Go! Nihon nach Japan kommt, wird daher nochmal von uns daran erinnert, sich ordentlich zu versichern, damit alle unsere Sprachschüler nach ihrer Ankunft in Japan einen sicheren und sorgenfreien Aufenthalt genießen können.

Alle Leute, die in Japan mit einem Visum wohnen, müssen sich innerhalb von 2 Wochen nach Ankunft in Japan bei ihrem zuständigen Rathaus anmelden. Eine dieser Anmeldungen ist für Kokumin Nenkin (Rentenversicherung). Als Sprachschüler oder Student kann man aber eine Befreiung dieser Zahlungen beantragen. Mehr Infos hierzu in unserem Blog Artikel.

Geldabheben am Geldautomaten

Geldautomaten

Geldautomaten, die auch ausländische Karten akzeptieren, sind in der Regel die der Japan Post Bank und die der Aeon Bank. Außerdem kann man auch in den japanischen 24-Stundenläden konbini (コンビニ) wie 7-Eleven mit ausländischen Karten Geld abheben. Du solltest dich jedoch vor deiner Reise bei deiner Bank über Details informieren, denn da gibt es je nach Bank Unterschiede was Gebühren, Wechselkurse und Karten-Limit angeht.

Öffentliche Verkehrsmittel

PASMO und Suica sind sehr praktische elektronische Fahrkarten, die ideal sind für Vielfahrer und Pendler, da sie berührungslos funktionieren und wiederaufladbar sind. So kommt man schnell und einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B.
 PASMO wurde von Tokyo Metro herausgebracht und Suica von Japan Railway, die Karten sind jedoch aufgrund eines Abkommens der beiden Firmen bei der jeweils anderen verwendbar. Du brauchst dir nach deiner Ankunft in Japan also keine Sorgen darüber zu machen.

Pendler-Karte

Es gibt zwei Arten von PASMO und Suica Karten: Die einen funktionieren wie ganz normale Fahrkarten, und die anderen sind die Pendler-Karten. Wer jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte sich möglichst bald nach seiner Ankunft in Japan so eine Karte holen. Ähnlich wie mit den Dauerkarten der Deutschen Bahn, kannst du damit für einen monatlichen Betrag auf einer bestimmten Strecke uneingeschränkt Bus und Bahn fahren. Die Pendler-Karte kann aber für andere Strecken auch als ganz normale Fahrkarte benutzt werden.
Weitere Informationen und Details über Geltungsbereich sowie Gebühren und Ermäßigungen der Fahrkarten findest du in einem weiteren Artikel.

Möbel und Haushaltswaren

100 Yen Shop

Das System der 100 Yen Shops entspricht etwa dem der 1 Euro Läden. Man kann dort alles Mögliche für verhältnismäßig wenig Geld kaufen; zum Beispiel japanische Küchengeräte, Geschirr, Werkzeug, Schreibwaren, Deko und weitere Haushaltswaren. Wenn du wenig Geld zur Verfügung hast oder sparen willst, dann bist du bei 100 Yen Shops genau richtig.

IKEA

Den weltweit bekannten Einrichtungskonzern gibt es natürlich auch in Japan – hier findest du alles an Möbeln, Dekorationen und japanische Einrichtungsgegenstände für dein neues Zuhause und kannst nach deiner Ankunft in Japan deine Unterkunft ganz nach deinem Geschmack einrichten.
 Standorte der IKEA Filialen in Japan.

Nitori

Nitori ist der größte Einrichtungskonzern Japans und kann als japanischer IKEA bezeichnet werden, wobei es meist sogar günstiger und an japanische Wohnungen angepasst ist. Wenn du nach deiner Ankunft in Japan Möbel, Bettwäsche oder andere japanische Einrichtungsgegenstände brauchst, ist Nitori eine gute Alternative zu IKEA.

Japan ist ein wundervolles Land zum Leben und wenn du unsere Tipps und Ratschläge befolgst, sollte auch die Eingewöhnungszeit kurz nach deiner Ankunft in Japan um einiges einfacher werden. Dann brauchst du dich nicht wegen alltäglicher Dingen zu stressen und kannst du dich auf dein neues Leben im Land der aufgehenden Sonne konzentrieren und dieses in vollen Zügen genießen.

Weitere Artikel, wie diesen findest du in unserem Go! Go! Nihon Blog. Schau ihn dir an, um dein Leben in Japan noch einfacher zu gestalten!