Egal, ob Share House oder eigene Wohnung – in Japan wirst du wahrscheinlich eher wenig Wohnraum haben. Das ist in einem dicht besiedelten Land wie Japan nicht unüblich, da muss der begrenzte Platz optimal genutzt werden.
Wir haben ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen du eine kleine Wohnung in Japan in ein gemütliches Zuhause verwandeln kannst.

Wie klein ist eine japanische Wohnung?

Wie du vielleicht von deinem Lieblingsanime oder japanischen TV-Serie weißt, ist eine japanische Wohnung meist klein und der Platz in ihr sehr begrenzt.

Es gibt viele kleine Wohnungen, die vom Aufbau her einem westlichen „Studio-Apartment“ ähneln. Auf Japanisch werden diese als one-room mansions (ワンルームマンション, wan rūmu manshon), also „Ein-Zimmer-Haus“ bezeichnet. Sie bestehen in der Regel aus einem kleinen Küchenbereich, einem kleinen Badezimmer und einem rund 10m² großen Raum. Wer alleine wohnen möchte, für den ist diese Art der Unterkunft als vergleichsweise kostengünstige Option hervorragend geeignet. Wenn du aber noch nicht weißt, wo du mit der Wohnungssuche anfangen sollst, lies am besten unseren Artikel über die verschiedenen Unterkunftsoptionen in Japan.

Aber wie kannst du diese 10m² wirklich optimal nutzen?

Futons und Möbel

Der Futon ist eines der wichtigsten Einrichtungsgegenstände in einem japanischen Zuhause – und das nicht ohne Grund! Der ist nämlich nicht nur dafür ausgelegt, ein gemütliches Bett zu sein, sondern man kann ihn auch problemlos zusammenfalten und im Schrank lagern. So kann ein einzelner Raum vielfältig genutzt und je nach Tageszeit und Zweck angepasst werden. Zwar ist ein tatami Boden dank dessen Weichheit und leichten Federung am besten als Untergrund für einen Futon geeignet, aber nimm stattdessen einfach einen etwas dickeren Futon auf normalen Boden und du wirst kaum einen Unterschied merken.

Wenn du Glück hast, befindet sich in deiner eigenen kleinen Wohnung in Japan bereits eine Waschmaschine. Aber wenn nicht, brauchst du dir trotzdem keine Sorgen machen, denn in Japan gibt es an jeder Ecke Waschsalons. Und da die japanische Gesellschaft unglaublich sicher ist, kannst du deine Wäsche auch unbesorgt in die Maschine schmeißen und wiederkommen, wenn sie fertig ist – ohne ewig im Waschsalon zu warten. Und wenn du schon mal da bist, benutze am besten auch die Wäschetrockner. Denn wenn du nicht gerade einen Balkon hast, wird deine Wohnung sonst schnell von feuchter Wäsche überlagert und muffig werden.

Nutze jede Möglichkeit, um größere Möbelstücke zu vermeiden.

Zum Beispiel ist eine Zentralheizung, anders als bei uns in Deutschland, in Japan sehr selten und nicht standardgemäß in Wohnhäusern vorhanden. Stattdessen besitzen die Japaner innovative Möbel wie den kotatsu Tisch. Dieser Tisch mit integrierter Heizung kann vielseitig verwendet werden und hält dich im Winter zusätzlich auch noch mollig warm.

Stapel an Winterkleidung

Schon „konmaried“?

Marie Kondo hat vor kurzem die Welt im Sturm erobert mit ihrer Aufräummethode, aber in Japan war sie schon viel länger präsent. Das liegt daran, dass in Japan einfach wenig Platz ist und die Aufbewahrung so effizient wie möglich sein muss.

Allerdings stimmen wir ihr bei dem ein oder anderen Aspekt nicht ganz zu, wie zum Beispiel beim Wegwerfen aller Dinge, die man nicht braucht. Stattdessen empfehlen wir diese Dinge zu spenden oder wenn möglich zu upcyclen, also wiederzuverwerten. Es gibt mehr als genug Second-Hand Läden in Japan; du musst sie nur ausfindig machen.

Ihre Falttechnik hingegen kann erstaunlich nützlich sein, um eine große Menge Kleidung ordentlich und effizient in einem nicht ganz so großen Schrank unterzubringen. Denke außerdem immer daran: Nur das kaufen und behalten, was du wirklich verwendest und brauchst – das ist ein sinnvoller Lebensstil. Du wirst schnell merken, dass Ordnung auf kleinem Raum unglaublich wichtig ist. Es ist erstaunlich, wie klein ein Zimmer wirken kann, wenn es vollgestopft mit Sachen ist.

Ordnung ist das halbe Leben

Eine der besten Methoden mit deinem kleinen Zuhause umzugehen, ist Ordnung. Organisation gehört zu den (vielen) Dingen, die Japan auszeichnen. Deswegen entwickelte es freundlicherweise eine Reihe an Lagerungssystemen, Behältern und diversen Produkten, die dir dabei helfen dein Zeug effizient zu lagern und Ordnung in dein Zuhause zu bringen.

Egal, ob du nach hochwertigen Aufbewahrungssystemen suchst, oder dich an ein knappes Budget halten musst, es stehen dir zahlreiche Geschäfte zur Verfügung. Unser persönlicher Favorit ist Muji, dort findest du schöne Designs für jedes Budget.

Dann gibt es natürlich noch 100 Yen Läden, wie Daiso. Die haben zwar weniger große Artikel, können aber für Dinge wie Küchenbehälter, Bento-Boxen, oder Essstäbchenbehälter sehr nützlich sein. Für eine vollständige Übersicht über das Angebot, schau dir unseren Artikel an.

Mit der richtigen Einrichtung und ein wenig Organisationstalent kannst du deine kleine Wohnung in Japan in ein gemütliches Zuhause verwandeln.

Wenn du mehr über japanische Kultur lesen möchtest, folge unserem Blog und erfahre alles Wissenswerte über Japan!