Du hast dich entschieden für eine Zeit lang in Japan zu leben und steckst mitten in den Vorbereitungen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem du eine Wohnung in Japan mieten musst. Und das ist alles andere als einfach, denn neben der richtigen Lage für dich, verstecken sich in japanischen Mietverträgen oft noch besondere Regelungen und verschiedene Gebühren. Wir von Go! Go! Nihon helfen dir, Licht in den Wohnungsjungle zu bringen und erläutern dir hier die wichtigsten Dinge zur Wohnungssuche in einer japanischen Stadt.

Auf Wohnungssuche in Japan

Der Wohnungsmarkt in Japan ist riesig. Vor allem in Städten wie Tokyo und Osaka kann man da schnell die Übersicht verlieren. Hier helfen einem die zahlreichen Wohnungsgesellschaften weiter. Bereits online kann man sich verfügbare Wohnungen ansehen, allerdings empfiehlt sich ein Beratungstermin in einem der regionalen Büros. Den Mitarbeitern kannst du deine Wunschkriterien für deine Wohnung sagen – Mietkosten, Lage, Größe, etc. – und diese suchen dann die passenden Angebote heraus und besichtigen sie mit dir. Die Kriterien können hier natürlich je nach Person variieren, allerdings gibt es ein paar Punkte, die du beachten solltest.

Lage der Wohnung

Die Lage ist ein wichtiger Richtwert vor allem für den Preis der Wohnung. Beliebte Gegenden und die Nähe zu großen Bahnhöfen bezahlt man natürlich im Mietpreis mit. Hier muss man abwiegen, was für einen das Richtige ist. Etwas außerhalb sind die Mietpreise günstiger, doch bei einer teureren Wohnung in der Nähe der Sprachschule, spart man sich auch einen Teil der Fahrtkosten. Hier musst du kalkulieren. Wohnungen in Bahnhofsnähe sind natürlich sehr gefragt und auch teuer – doch willst du wirklich direkt neben der Bahnlinie wohnen und diese ständig vorbei fahren hören? Zehn Minuten Fußweg zur Wohnung vom Bahnhof sind vielleicht auch ganz nett.

Größe der Wohnung

Auch die Größe der Wohnung spielt eine entscheidende Rolle. Spricht man in Deutschland von Ein-Raum- oder Zwei-Raum-Wohnungen, werden dir in Japan die Buchstaben L, D und K begegnen. L steht hierbei für Living Room, D für Dining Room und K für Kitchen. So gibt es beispielsweise 2LDK-Wohnungen, die also Wohn- und Esszimmer, Küche und zwei Räume beinhalten. Bei einer 1DK-Wohnung erwartet dich eine Wohnung mit Esszimmer, Küche und einem weiteren Zimmer.

Heutzutage wird die Größe von Wohnungen zwar auch in Quadratmetern angegeben, oft findet man aber noch das japanische Maß, welches sich danach ausrichtet, wie viele Tatami-Matten in einen Raum passen. Dieses ist zwar ein Standardwert, unterscheidet sich allerdings etwas nach der Region – 191 x 95,5 cm im Westen Japans und 176 x 87,8 cm im Osten. Wenn ein Raum also eine Größe von 6 jou (畳,じょう) hat, ist dieser 6 Tatami-Matten groß oder 9,18 m².

Gebäudearten und Besonderheiten

Bei der Suche nach einer Wohnung besteht die Wahl meist zwischen manshon (マ ン シ ョ ン) und apaato (ア パ ー ト). Ersteres kommt vom englischen Wort Mansion, welche meist stabiler gebaut sind und dickere Wände haben als apaato, das vom englischen Wort Apartment hergeleitet wird. Diese haben oft auch noch Holz als Baugrundlage, es gibt heutzutage aber auch Mixformen. Die Qualität von Apartments ist meist etwas niedriger, aber dadurch sind die Preise dafür günstiger.

Vor allem auf das Alter der Gebäude solltest du achten. In Japan gibt es noch viele alte Bauwerke, die noch nie renoviert worden sind. Dementsprechend kann die Isolierung schlecht sein, Klimaanlagen fehlen und leichte Schäden am Haus auftreten. Auch Kakerlaken findet man öfter in diesen Gebäuden als in Neubauten. Falls du ein Haustier halten möchtest oder ein Instrument spielst, solltest du dich auch rechtzeitig informieren. Viele Vermieter verbieten dies oder verlangen eine Extragebühr dafür.

Suche dir am besten einen Wohnungsvermittler, schaue mit ihm nicht nur die Wohnung sondern auch die Gegend herum an. Kläre alles genau ab, auch die neben den Mietkosten noch anfallenden Kosten und lasse dir Zeit für deine Entscheidung.

 Wohnung in Japan mieten - Vertragsunterzeichnung

Der Mietvertrag

Um eine Wohnung in Japan mieten zu können, muss natürlich auch ein Vertrag geschlossen werden. Auch wenn allmählich mehr Ausländer nach Japan kommen, vermieten noch viele Firmen ungern an diese – einfach aus Angst, vor Geschäften mit Ausländern allgemein sowie der Befürchtung, dass sie mit Schulden bei ihnen einfach in ihr eigenes Land verschwinden. Oftmals wird daher von Immobilienfirmen ein japanischer Bürge gefordert, der den Vertrag mit unterschreibt und für den ausländischen Mieter in allen Belangen einsteht.

In den letzten Jahren verbessert sich die Situation aber langsam und inzwischen gibt es sogar Firmen, die direkt auf die Vermietung von Wohnraum an Ausländer ausgelegt sind. Bis zu den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokyo wird zudem immer mehr an der Ausländerfreundlichkeit des Landes gearbeitet, welches viele Bereiche vor allem in der Hauptstadt Japans betrifft.

Bevor du den Vertrag endgültig unterschreibst, schau dir noch einmal an, wie es sich mit reikin (礼金, れいきん) und shikikin (敷 金, しききん) verhält.

Reikin ist eine Marklerprovision, auch gern „Schlüsselgeld“ genannt, und muss oft bereits vor dem Einzug gezahlt werden. Diese beträgt oftmals ein bis drei Monatsmieten und ist in der japanischen Kultur stark verankert. Sie entspricht nicht etwa einer Vorauszahlung der kommenden Monatsmieten, sondern ist ein Extrabetrag, der aufgebracht werden muss. Shikikin ist eine Kaution, die meist ein bis zwei Monatsmieten beträgt und ebenfalls vor Einzug verlangt wird. Wenn es bei Auszug keine Schäden oder Probleme gibt, erhält man diese mit Ende des Vertrages wieder.

Es ist demnach nicht unüblich, dass man, wenn man eine Wohnung in Japan mieten möchte, bereits mit dem Einzug 5 bis 6 Monatsmieten zahlen muss. Das ist erst einmal jede Menge Geld, aber damit musst du bereits im Vorfeld rechnen.

Bei der Unterzeichnung des Vertrages solltest du natürlich alle Unterlagen dabei haben. Dazu gehören neben den vom Vermieter geforderten Dokumenten auch deine Zairyu Card (在留カード,ざいりゅうカード) sowie dein Pass.

 Wohnung in Japan mieten

Weitere anfallende Kosten

Die Miete, die in deinem Mietvertrag steht, ist meist nur die Kaltmiete. Im Briefkasten werden dich dann bald die Rechnungen für Strom, Wasser, Gas & Co. erwarten. Diese lassen sich meist einfach im Convenience Store, bei der Post oder der Bank bezahlen. Wenn du möchtest, kannst du auch ein Lastschriftverfahren für dein japanisches Bankkonto einrichten, wo die Kosten direkt abgezogen werden. Du erhältst dann nur noch die monatlichen Belege. Welche Zahlungsmethode am besten für dich ist, solltest du mit deinem Vermieter bzw. dem jeweiligen Anbieter klären.

Mietverträge laufen meist für zwei Jahre. Wenn du aus der Wohnung ausziehen möchtest, solltest du die im Vertrag angegebene Prozedur einhalten, was Kündigungsfristen betrifft, sowie die Anbieter von Strom, Wasser & Gas informieren (wenn dies der Vermieter nicht tut). Manchmal fallen zusätzliche Kosten an, wenn ein Mietvertrag frühzeitig gekündigt wird.

 

Das hört sich alles nach viel Arbeit an, aber wenn der Stein einmal ins Rollen gebracht ist, läuft meistens alles ganz schnell und das Wohnung in Japan mieten wird zum Kinderspiel. Go! Go! Nihon arbeitet mit ausländerfreundlichen Partnerunternehmen zusammen. Wenn du mit einem Studenten– oder Touristenvisum nach Japan kommst, helfen dir die Mitarbeiter von Go! Go! Nihon gern dabei, die passende Unterkunft für dich zu finden und begleiten dich auch durch den Mietprozess. Schau dich für Informationen dazu auf der Webseite um.