Japanische Süßigkeiten sind nicht nur schmackhaft, sondern sehen auch noch fantastisch aus. Japanische Süßigkeiten der traditionellen Art, genannt wagashi (和菓子), sind eine Kunstform und dienen der Entzückung aller fünf Sinne. Da es zur Kultur gehört die Natur wertzuschätzen und zu bewundern, spiegeln diese Süßwaren auch oftmals den Wechsel der Jahreszeiten und die dabei aufkommenden Gefühle wieder. 

Um den Wechsel der Jahreszeiten zu betonen, wird großer Wert auf passende Zutaten, die Konsistenz, das Aussehen und nicht zuletzt den Namen gelegt. Dieser Artikel stellt neben den verschiedenen, traditionellen, japanischen Süßigkeiten auch japanische Varianten von bekannten, westlichen Desserts vor.

Sakura mochi Japanische Süßigkeiten

Frühling (春)

Süßigkeiten mit Kirschblüten-Geschmack — Frühling, eine der beliebtesten und farbenfrohsten Jahreszeiten Japans. Im März und April, wenn die Bäume aus ihrem Winterschlaf erwachen, färben die Kirschblüten die Straßen rosarot. Während dieser Jahreszeit wird es dir nicht entgehen, dass viele japanische Süßigkeiten mit Kirschblüten-Geschmack und entsprechenden Farben angeboten werden. Dazu gehören Produkte wie Sakura Mochi, Eiscreme, Marmelade, Tee, Sake und Kekse.

Hanami Dango (花見団子) — Die Kanji für hanami (花見) bedeuten Blumenschau und Dango sind aus Reis hergestellte Klösschen. Diese Art von Snack wird auf einem Holzspieß serviert und ist daher ideal für den Verzehr während eines Picknicks oder eines Spaziergangs unter dem rosaroten Blütendach der Kirschbäume. Hanami Dango besteht aus drei kleinen Klösschen in den Farben Rosa, Weiß und Grün. Es gibt verschiedene Interpretationen für die Wahl der drei Farben. Manche meinen es stellt die Farben der Kirschblüte dar: rosa Knospen, weiße Blüten und grüne Blätter. Andere meinen es ginge hierbei um die Farben des Frühlings: rosa Kirschblüten, schmelzender weißer Schnee, welcher nach und nach das Grün des Grases darunter entblößt.

Shaved ice kakigori

Sommer  (夏)

Kakigori (かき氷) — Ein shaved ice, oder zu Deutsch geraspeltes Eis, bietet eine angenehme Abkühlung während des heißen und schwülen Sommers in Japan. Das kakigori, welches bereits im 11. Jahrhundert serviert wurde, war anfänglich eher ein Dessert für die Wohlhabenden, da das Eis damals noch von Hand geraspelt werden musste. Heutzutage wird Kakigori durch das maschinelle Raspeln von gefrorenem Mineralwasser hergestellt und meist in Form eines kleinen Berges serviert. Diese sanft schmelzende Art des Eises, wird entweder einfach mit Syrup oder auch mit verschiedenen japanischen Toppings serviert. 

Anmitsu (あんみつ) — Eine andere Art der Erfrischung während der warmen Monate bietet das sogenannte Anmitsu. Dieses stammt aus der Meiji Ära (1868–1912). In der farbenfrohen Schüssel findet man für gewöhnlich veganes Kanten Jelly, süße Bohnenpaste, Mochi, Früchte, Eiscreme und gekochte Erbsen. Das ganze wird serviert mit Kuromitsu, einem schwarzen Zuckersyrup. Die unterschiedlichen Konsistenzen und Geschmäcker des bunten und leckeren Anmitsu harmonieren wunderbar miteinander.

dango und anmitsu

Herbst (秋)

Kaki ()— Ja, Früchte zählen auch als Nachtisch. Die Kaki Frucht zählt als nationale Frucht Japans. Im Herbst wirst du reihenweise von den hellen, orangenen Kakis an Fäden, zum trocknen in der Sonne, hängen oder in Salz eingelegt in Gläsern sehen können. Es wird den Früchten nachgesagt, dass sie im getrockneten Zustand zuckersüß sind, was sie also nicht nur zu einem gesunden, sondern auch schmackhaften Snack macht. Getrocknet sind die Früchte auch lange haltbar und können so durch den Herbst und Winter über gelagert werden. 

Kuri 栗 — Kastanien werden gerne in den herbstlicheren Süßigkeiten verwendet. Unter den japanischen Desserts lässt sich oftmals auch ein europäischer Einfluss finden, wie zum Beispiel bei dem beliebten Castella. Kuri dorayaki (くりドリ焼き) ist die Herbstvariante des ursprünglichen dorayaki und besteht aus einer Mixtur aus roter Bohnenpaste und gebrannten Kastanien zwischen zwei Castella-Pfannkuchen. Beliebt ist auch die japanische Version des französischen Desserts Mont Blanc, in Japanisch monburan (モンブラン), bestehend aus mit Schlagsahne gefülltem Kuchen, eingedeckt mit Kastanien Püree und verziert mit gesüßten Kastanien.

Mochi Kuchen Japanische Süßgkeiten

Winter (冬)

Mochi () — Auch wenn Mochi für gewöhnlich das ganze Jahr über in den Läden zu finden ist, so zählt es doch als etwas Besonderes zur Zeit des Neujahrs am sogenannten mochitsuki (餅つき) teilzunehmen. Dies ist eine Tradition bei der mit einem großen hölzernen Mörtel und Stößel Reis zu Mochi geknetet wird. Sie entstand zu Zeiten der Heian Ära (794-1185) und heutzutage gibt es sogar Feste für das Event, bei welchen die Menschen zusammenkommen und Spiele und Wettbewerbe veranstalten. Außerdem wirst du zum Neujahr das sogenannte kagami mochi (鏡餅), oder auch Spiegel-Reiskuchen, sehen können, eine Verzierung welche als Hingabe für die kami (Götter) für Glück im nächsten Jahr gegeben wird. Auch Mochi Snacks wie daifuku (大福), zu Deutsch “großes Glück”, gefüllt mit roter Bohnenpaste und Erdbeeren lässt sich zu dieser Zeit finden. 

Rote Bohnensuppe (ぜんざい/おしるこ) — Wie du siehst, sind die roten Azuki-Bohnen eine beliebte Zutat bei japanischem Süßkram. Daher überrascht es nicht, dass rote Bohnensuppe, genannt zenzai oder oshiruko abhängig von der Region, ebenfalls ein Klassiker unter den Desserts im Winter ist. Im Westen Japans, wird das Oshiruko aus pürierter roter Bohnenpaste hergestellt, während im Osten Japans das Zenzai gerne auch Stückchen in der Paste haben darf. Verzehrt wird das Ganze oft zusammen mit Mochi und auch Kastanien und shiratama Klöße lassen sich bei dem Gericht ab und zu finden.

Wonach auch immer dir der Sinn steht, Japan hat garantiert etwas, was deinen Appetit nach etwas Süßem befriedigen wird. Lies weiterhin unseren Go! Go! Nihon Blog, wenn du mehr über leckere Snacks und Gerichte in Japan wissen willst.