In unserem Artikel zum Lernen der japanischen Sprache durch Anime haben wir dir bereits gezeigt, dass Anime dir helfen können, dein Hörverständnis zu verbessern und typische Phrasen zu lernen. Doch auch Manga sind potente Hilfsmittel, um deine Sprachkenntnisse zu verbessern. In diesem Artikel stellen wir dir vor, welche Vorteile du aus dem Lernen mit Manga ziehen kannst. Also fange an und lerne Japanisch durch Manga!

"Wirklich?" Japanisch lernen durch Manga.

Kanji

Ein großes Hindernis beim Erlernen der japanischen Sprache sind die Kanji. Diese Schriftzeichen machen einen großen Teil der geschriebenen Sprache aus und geben an, worum es im jeweiligen Satz geht. Eine der besten Methoden, um Kanji zu lernen, ist es, diese möglichst viel vor der Nase zu haben und ihre Aussprache zu verinnerlichen. Genau hierbei können Manga helfen, wenn du bereit bist, diese auf Japanisch zu lesen.

In vielen Manga wird der größere Teil der verwendeten Kanji von sogenannten furigana begleitet. Diese stehen klein oberhalb der Schriftzeichen und geben an, wie diese zu auszusprechen und zu lesen sind. Die Manga-Verlage nutzen dieses System, um ihre Werke einem möglichst breiten Kundenstamm anbieten zu können. Unabhängig von der Altersgruppe und vom Bildungshintergrund haben so viele Leser keine Schwierigkeiten, die jeweiligen Manga zu verstehen. Nur wenige Genres (z.B. Horror) und Einzelfälle weichen davon ab – doch selbst dann kann die Lektüre helfen, unbekannte japanische Begriffe zu erschließen.

Lerne Japanisch durch Manga – der große Pluspunkt ist, dass die Illustration der Geschichte durch Bilder dafür sorgt, dass man diese selbst bei sprachlichen Schwierigkeiten gut versteht. So hast du beim Lernen Spaß, auch wenn du noch ganz am Anfang stehst!

Ateji

Wenn wir von Kanji sprechen, dürfen wir nicht vergessen, die sogenannten ateji (当て字, „passende Zeichen“) zu erwähnen. Dabei handelt es sich um Kanji, die aufgrund ihrer Aussprache einem Wort zugewiesen wurden, um es so zu verschriftlichen. Ein gutes Beispiel dafür ist Sushi – geschrieben mit den Schriftzeichen für „langes Leben“ und „Amt/Beamter“ (寿司). Ateji sind besonders bei Worten verbreitet, die ursprünglich keine zugewiesenen Kanji hatten und erst später niedergeschrieben wurden. Ebenso werden ateji für Begriffe verwendet, die aus Fremdsprachen entnommen wurden, aber nicht in Katakana geschrieben werden.

Wenn du dich mit ateji auskennst, hilft dir dies beim Lesen unterschiedlichster Schriftstücke. Gerade beim Verweisen auf Ländernamen tauchen diese Zeichen häufig auf. Hier ein paar Beispiele, auf die du in Manga stoßen kannst:

独: Deutschland

英: England

米: USA

可愛い (kawaii): Süß, niedlich; meist in Hiragana geschrieben.

沢山 (takusan): „Viel“; auch dieser Begriff wird meist in Hiragana geschrieben.

滅多に (mettani): „Selten“

合羽 (kappa): „Regenumhang“; nach dem portugiesischen „capa“.

滅茶苦茶 (mechakucha): „Durcheinander“

Onomatopoesie im Manga

Onomatopoesie

Um das Eintauchen des Lesers in die Geschichte zu unterstützen, nutzt grafische Literatur wie die Manga die sogenannte Onomatopoesie. Dabei werden Laute grafisch wiedergegeben, wie du es vielleicht aus hiesigen Comics kennst: „Krach!“, „Rumms!“ und „Platsch!“. Durch diese ins Bild eingearbeitete Lautmalerei bekommen die Werke mehr Dynamik und werden lebendiger. Doch die Verwendung in japanischen Manga ist noch wesentlich ausgeprägter als in westlichen Comics.

In Japan hat alles einen Klang – manchmal auch mehr als einen. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Ausdrücke für verschieden intensive Formen von Regen, Lautmalereien für jegliche Arten von Tierlauten, Geräusche, die durch Luftbewegungen entstehen und vieles mehr. Auch menschliche Gefühle und die Atmosphäre bestimmter Szenen werden teilweise durch Lautmalereien untermalt.

Dies stellt eine bemerkenswerte Eigenschaft der japanischen Sprache dar und kann für dich ein besonderer Reiz sein, dies durch das Lernen mit Manga zu erschließen. Eine vollständige Liste der Lautmalereien würde hier den Rahmen sprengen, aber ein paar in Manga häufige Beispiele wollen wir dir gerne zeigen:

あはは: Das klassische fröhliche Lachen: „Hahaha!“.

うふふ: Ein Kichern; kann bedeuten, dass die Person etwas verbirgt.

いひひ: Ein höhnisches Lachen.

ごろごろ: das Grollen des Donners.

ざーざー: Unablässiger Regen.

しとしと: Sanft fallender Regen.

しーん: Zeigt absolute Stille an.

じー: Der Klang eines eindringlichen Blickes.

ぼーっ: Ein Blick in die Leere.

がばっ: Eine plötzliche Bewegung; oft verwendet wenn ein Charakter ruckartig aufwacht.

Adverbien

Überraschenderweise werden in Manga auch einige Adverbien als Lautmalereien verwendet, um den Lesern Gefühle und Empfindungen der Charaktere zu vermitteln. Hier ein paar häufig vorkommende Beispiele:

すっかり: Übersetzt wird es als “vollständig”, doch als Lautmalerei zeigt es etwas Schönes an, dass einem Charakter eine angenehme Empfindung bereitet.

すっきり: “Wiedergeboren sein”, “erfrischt”, aber auch um anzuzeigen, dass etwas sehr sauber ist.

いらいら: Wird verwendet, wenn jemand nervös oder gereizt ist – was auch der eigentlichen Bedeutung entspricht.

ごろごろ: Je nach Situation kann dieser Ausdruck unterschiedliches bedeuten: das Knurren des Magens, das Schnurren einer Katze, einen rollenden Gegenstand…

ぺらぺら: Normalerweise bezeichnet dieser Ausdruck eine Person, die eine oder mehrere Fremdsprachen fließend beherrscht. Als Lautmalerei kann er aber auch für das Geräusch von Blättern stehen, die nacheinander abgezogen werden.

ぴかぴか: Etwas das glänzt oder Funken erzeugt – leicht zu merken, denn es ist auch der Ruf des bekannten Pokémon Pikachu!

Bild aus einem japanischen Manga

Die Sprache in den japanischen sozialen Netzwerken

Bist du auf Facebook, Instagram oder WhatsApp unterwegs? Dann kann dir das Japanisch der Manga helfen, in diesen sozialen Netzwerken den richtigen Ton zu treffen. Denn viele Worte finden auch hier Verwendung und können gleich von dir angewandt werden. Versuche doch einmal, die folgenden Begriffe in den nächsten Chats mit deinen Freunden zu verwenden – ganz modern!

(マンジ): Trotz vieler Variationen hat es keine wirkliche Bedeutung. Es wird verwendet, wenn man sich über etwas aufregt und lässt sich als „Ich kann es nicht glauben!“ übersetzen. Nicht zu verwechseln mit dem Hakenkreuz der Nazis.

りー: Findest du auch in den Varianten りょ und りょりょ; Abkürzung vonりょうかい (了解), “verstanden”, oder “zu Befehl!”.

草: Eigentlich ist es das Kanji für „Gras“, doch im Internet wird es auch verwendet, um ein großes Lachen anzuzeigen. Alternativ geht dies auch mit einer Dopplung des Kanji für „Lachen“: 笑笑.

エモい: Leitet sich vom englischen “emotional” ab und zeigt eine sehr starke Emotion an – sowohl positiv als auch negativ kann der Begriff verwendet werden.

Wenn du Japanisch lernst und Manga magst, nutze die Möglichkeiten die sich dir bieten und lerne Japanisch durch Manga! So machst du deine Leidenschaft zu einer großartigen Lernhilfe.

Folge weiterhin unserem Go! Go! Nihon-Blog und bleibe auf dem Laufenden zu Neuigkeiten aus dem Land der aufgehenden Sonne!