Die Shōwa-Ära und wie sie Japan verändert hat

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Die Shōwa-Ära (1929-1989) ist ein einzigartiger Zeitabschnitt in der Geschichte Japans, welcher sowohl von großem Verheeren als auch von wundersamem Fortschritt geprägt ist. Die Ereignisse dieser 63 Jahre haben Japan wohl zu dem Land gemacht, das viele von uns heute kennen und lieben.

Warum also genau ist diese Ära so bedeutend und warum gibt es in Japan einen Feiertag, der nach ihr benannt ist? Lies weiter, um genau das herauszufinden.

Wortwörtlich genommen bedeutet „Shōwa“, oder 昭和 in Kanji, „heller Frieden“. 昭 bedeutet „leuchtend“ oder „hell“ und 和 bedeutet „Harmonie“ oder „Frieden“. Es ist der Name der Kaiserzeit, unter der Herrschaft von Kaiser Hirohito. Er ist daher auch als Kaiser Shōwa (Shōwa tennō 昭和天皇) bekannt.

Du fragst dich sicher, warum der Kaiser so genannt wird. Das liegt daran, dass es in Japan als unhöflich gilt, den Kaiser mit seinem Vornamen anzusprechen. Es ist üblich, dass jeder Kaiser seine eigene Ära hat – Nengō 年号 genannt – und dass diese Ära mit jedem neuen Kaiser umbenannt wird. Als zum Beispiel Kaiser Shōwa 1989 starb, bestieg sein Sohn, Kronprinz Akihito, den Thron und eine neue Ära – die Ära Heisei 平成 – begann.

Was ist der Shōwa Tag?

昭和の日, Shōwa no Hi, findet am 29. April statt und markiert den Beginn der viel ersehnten Golden Week in Japan. Es ist der Geburtstag des ehemaligen Kaisers Shōwa, der aufgrund all dessen, was Japan in dieser Zeit durchgemacht hat, als eine eher umstrittene Figur angesehen wurde.

Der Tag ist dazu gedacht, an die Shōwa-Ära zurückzudenken, sich an alles zu erinnern, was das japanische Volk durchgemacht hat, und zu Einheit und Frieden aufzurufen.

Wichtige Events der Shōwa-Ära

Japan erlebte während der Shōwa-Ära einen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Wandel. Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen den frühen und späten Jahren dieser Zeitspanne, die vom Zweiten Weltkrieg und den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 geprägt waren.

Das Japan der Vorkriegszeit verfügte über eine bedeutende politische und militärische Macht, die sich insbesondere auf die imperiale Expansion in ganz Asien konzentrierte. Aber nach dem Krieg wurde Japan entmilitarisiert und seine Verfassung überarbeitet, um Frieden und Pazifismus zu fördern.

Aus diesem Grund wird am 3. Mai Japans Verfassungstag oder Kenpō Kinenbi 憲法記念日 gefeiert. An diesem Tag im Jahr 1947 wurde die japanische Nachkriegsverfassung in Kraft gesetzt.

Auch die Rolle des Kaisers änderte sich nach dem Krieg dramatisch. Vor dem Ende des Krieges wurde der Kaiser von Japan vom japanischen Volk als eine Art Gott angesehen. Er hatte alle politische und militärische Macht. Dies änderte sich jedoch mit der Verfassung, in der der Kaiser als Symbol Japans umbenannt wurde. Die Macht wurde der Monarchie entzogen und dem Volk übergeben.

Zwischen den 1950er und 1970er Jahren erlebte Japan ein enormes Wirtschaftswachstum. Obwohl Japan wiederaufbauen und sich vom Krieg erholen musste, gelang es, die Industrieproduktion aus der Vorkriegszeit bis 1952 zu übertreffen. Dies förderte die Urbanisierung und machte Japan zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den Vereinigten Staaten.

Image of magazine covers and pages from magazines from the Showa Era in Japan

Die Kultur der Shōwa-Ära

Die Kultur der Shōwa-Ära steht vor diesem Hintergrund eines dramatischen Wirtschaftswachstums. Der Einfluss des Westens, besonders von den USA, spielte für junge Menschen in Japan bei Populärkultur und Mode vermehrt eine Rolle. Die Leute ersetzen Kimonos und traditionelle Frisuren mit Jeans, T-Shirts und den neuesten Styles aus dem Westen.

Die blühende Wirtschaft führte zu höheren Lebensstandards und Farbfernseher, Autos und Klimaanlagen wurden zu begehrten Haushaltsgegenständen. Die erste Nintendo-Konsole wurde gegen Ende der Ära im Jahr 1983 veröffentlicht.

Viele Dinge, die heutzutage ein normaler Bestandteil des japanischen Lebens sind, haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Der erste Convenience Store – ein 7-Eleven – wurde in den 1960er Jahren eröffnet. Das Shinkansen- oder Hochgeschwindigkeitszugnetz wuchs während der Shōwa-Ära und wurde zu einem unverzichtbaren Bestandteil des öffentlichen Verkehrssystems Japans. Anime wurde auch in den 80er Jahren in Japan zum Mainstream.

Tokyo war Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 1964 und damit die erste Stadt in Asien, die dies tat. Es war eine Chance für die Welt zu sehen, wie Japan sich erholt hatte und nach dem Krieg florierte, insbesondere mit seinen technologischen Fortschritten. Es zeigte der Welt auch, wie friedlich und demokratisch das Land geworden war.

A brown Godzilla figurine next to a blue Godzilla figurine

Experience the Shōwa era in Japan

Es gibt noch Teile Japans, die an Überbleibseln der Blütezeit der Shōwa-Ära festhalten. Spaziere doch mal durch die engen Gassen von Shinjukus Golden Gai oder die alten Viertel Tokyo’s, Yanesen (Yanaka, Nezu und Sendagi), um etwas Nostalgie aus der Mitte des Jahrhunderts zu erleben.

Besuche Museen, um mehr über die Geschichte und Kultur dieser Zeit zu erfahren::

Tokyo
National Shōwa Memorial Museum
Shōwa Era Lifestyle Museum

Nagoya
Shōwa Era Lifestyle Museum

Takayama
Hidatakayama Retro Museum

Als Sprachschüler, der in Japan lebt und lernt, hast du viele Möglichkeiten, diese Ära selbst zu erleben. Wir arbeiten mit Schulen im ganzen Land zusammen, helfen dir bei der Beantragung eines Studentenvisums und der Suche nach einer Unterkunft und helfen dir zum Erfolg in Japan.

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