Mount Fuji besteigen

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Über die Mysterien dieses prachtvollen Bergs haben wir bereits in einem anderen Artikel geschrieben, aber wer den Mount Fuji besteigen will, wird für die Vorbereitung auf diese Wanderung noch etwas mehr Informationen brauchen. Ob Ortsansässiger oder Tourist, Durchmarschrecht hat hier jeder; sowohl Schulkinder als auch Senioren spazieren den Berg hoch und runter, als wäre es nichts. Über ein paar wichtige Dinge sollte man jedoch im Voraus nachdenken und nicht einfach losmarschieren und auf das Beste hoffen.

Eins nach dem anderen

Bevor die Vorfreude zu groß wird, solltest du für die Planung deines Ausflugs ein paar wichtige Dinge wissen. Zuallererst die Öffnungszeiten. Offiziell ist der Berg etwa von Anfang Juli bis Mitte September geöffnet, mit Schwankungen je nach Wetterlage. Auch außerhalb dieser Zeiten kann man den Mount Fuji besteigen, aber dann ist er wahrscheinlich schneebedeckt und kann für unerfahrene Kletterer gefährlich sein. Die Berghütten sind außerhalb der offiziellen Zeiten ebenfalls nicht geöffnet und Campen ist auf dem Berg verboten, so dass es zu einer ziemlich langen Wanderung werden könnte. Wenn du dich dennoch dazu entscheidest zu dieser Zeit den Mount Fuji zu besteigen, melde dein Vorhaben auf jeden Fall bei den örtlichen Behörden, so dass diese deine Route und Zeitplanung wissen und einen Suchtrupp senden können, falls etwas passiert.

Wenn du dich für einen Zeitraum entschieden hast, versuche außerdem an einem Wochentag außerhalb der Schulferien und nicht an Feiertagen zu gehen. Das macht das Leben einfacher und der Ausflug wird wesentlich mehr Spaß machen, da der Anstieg des Mount Fuji landesweit sehr beliebt ist und es sonst sehr überfüllt werden kann.

Berghütten Berg Fuji

Routen

Es führen 4 verschiedene Routen auf den Gipfel des Berges. Jede hat einen anderen Startpunkt, vom Norden über den Osten bis zum Süden des Berges. Die meisten Leute starten an der 5. Station jeder Route, welche von Bussen aus den verschiedensten Gegenden aus angefahren werden. Informiere dich über jede einzelne Route, um herauszufinden, welche am besten für dich geeignet ist, und achte darauf deine Reise sowohl von und zur 5. Station als auch die Bergbesteigung selbst gründlich zu planen.

Yoshida

Der vermeintlich einfachste Weg, aber dementsprechend auch der beliebteste. Der Startpunkt ist mit 2300m etwas höher gelegen und der Pfad windet sich mit einer geringeren Steigung den Berg hinauf, wodurch der Anstieg etwas einfacher ist. Es gibt separate Wege für An- und Abstieg, was das Gedränge ein wenig lindert. Ab der 8. Station sind die Pfade jedoch dieselben, wie für die Subashiri Route. Manchmal ist so viel los, dass viele der Wanderer Schlange stehen müssen, um an den Berggipfel zu kommen, also sei gewarnt.

Subashiri

Der Startpunkt der Subashiri Route liegt bei 2000m Höhe und ist damit zwar etwas tiefer gelegen, aber eine der interessanteren Routen. Der Pfad führt durch einige der wenigen bewaldeten Gebiete des Vulkans, was den Anstieg etwas einnehmender machen kann. Manchmal kann es aber etwas steiler sein und du wirst den einen oder anderen Felsen erklimmen müssen. Auch hier gibt es für den An- und Abstieg separate Wege, aber im Vergleich zur Yoshida Route halten sich hier die Menschenmassen bis zum Gipfel in Grenzen. Erwähnenswert ist der Abstieg, wo man eine Sanddüne hinunterläuft (oder rutscht), allerdings einschließlich einiger größerer Felsen. Das kann sich als schwierig gestalten, wenn deine Beine noch vom Anstieg schmerzen und erschöpft sind, also sei vorsichtig.

Gotemba

Mit 1450m einer der niedrigsten Ausgangspunkte. Diese Route dauert länger, ist aber auch die ruhigste und die Wege für An- und Abstieg sind ab etwa der Hälfte ebenfalls verschieden. Nahe der 8. Station befindet sich allerdings ein Hang aus Kies und Schotter, dessen Durchquerung etwas beschwerlich sein kann.

Fujinomiya

Die Fujinomiya Route beginnt bei 2500m und hat damit den höchsten Anfangspunkt. Sie ist auch die am zweitmeisten besuchte Route und der Pfad für An- und Abstieg ist derselbe, so dass die große Anzahl an hinauf- und hinabsteigenden Leuten den Weg etwas erschwert. Der Pfad ist außerdem felsiger und steiler. Ein Bonuspunkt ist jedoch, dass wirklich engagierte Kletterer eine Wanderung unternehmen können, die an der südlichen Küste beginnt, zur 5. Station führt, und dann anschließend ein vollständiger Aufstieg gemacht werden kann. Auf jeden Fall nicht für Unerfahrene.

Berghütten

Die Hütten variieren je nach gewählter Route. Es wird allgemein empfohlen den Anstieg abends anzufangen, in einer Berghütte so weit oben, wie man glaubt es schaffen zu können, zu übernachten und die Wanderung dann am nächsten Morgen zu beenden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens, du wirst einen spektakulären Sonnenaufgang vom Gipfel des Mount Fuji sehen können. Der zweite und wichtigere Grund ist die Unterbrechung deines Anstiegs und damit die Möglichkeit dich auszuruhen, wieder zu Kräften zu kommen und deinen Körper an die niedrigeren Sauerstoffwerte anzupassen, was die Wahrscheinlichkeit einer Höhenkrankheit verringert. Ohne Pause den Mount Fuji besteigen ist auf keinen Fall ein empfehlenswertes Vorhaben.

In einigen Berghütten gibt es kleine Essensstände, so dass du dich an einer heißen Mahlzeit aufwärmen und erholen kannst. Selbst wenn du dich gegen eine Übernachtung entscheidest, lohnt es sich eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Toiletten und Verkaufsautomaten gibt es selbstverständlich auch. Für die Toiletten wird normalerweise eine kleine Gebühr verlangt, aber bedenke, dass auf dem Gipfel eines Vulkans keine Rohrleitungen existieren und das Abwasser irgendwie nach unten gebracht werden muss, von daher ist ein kleines Entgelt durchaus nachvollziehbar.

Buchungen können etwas schwierig sein und Japanischkenntisse sind dabei durchaus hilfreich. Momentan gibt es noch keine Webseiten zum Buchen, das läuft alles per Telefon. Auch hierbei ist es von Vorteil, im Voraus zu planen, da die Hütten schnell ausgelastet sein können. Die Kosten liegen zwischen ca. 5000 und 7000 Yen, einschließlich einiger Mahlzeiten. Diese Webseite listet jede Berghütte auf allen Routen auf.

Sei bereit

Auch wenn gefühlt jedes Kind den Mount Fuji bereits bestiegen hat wird es vermutlich anstrengender, als du denkst. Es lohnt sich, regelmäßig zu trainieren und die richtige Ausrüstung mitzunehmen. Höhenkrankheit kann selbst den gesundesten Menschen fertigmachen und ein kleiner Ausrutscher auf harte Felsen kann großen Schaden anrichten.

Das sind unsere Tipps zum Besteigen desMount Fuji:

  • Gute Wanderschuhe – die deine Knöchel stützen und bereits eingelaufen sind. Auf keinen Fall neue Schuhe, darin sterben dir deine Füßen ab!
  • Leichte aber warme Kleidung – Der Gipfel befindet sich in 3776m Höhe. Dort wird es kalt, vor allem nachts und gegen Ende der Saison kann es sogar schneien. Während man läuft wird es zwar warm, aber sobald man anhält trifft einen die Kälte wie ein Schlag.
  • Wasser – Die empfohlene Wassermenge für den Auf- und Abstieg beträgt ca. 2 Liter pro Person. Trink regelmäßig in kleinen Mengen. Dehydratation kann die Höhenkrankheit beeinflussen.
  • Snacks – Iss wenn möglich eine Mahlzeit in einer der Berghütten, aber nimm auch während der Wanderung kleine Snacks zu dir. Das hält den Energiespiegel hoch und dich in Schwung.
  • Sonnencreme – Schutz vor dem Wetter gibt es keinen und auch bei Kälte kann man einen Sonnenbrand bekommen.
  • Regenschutz – Wetter auf einem Berg ist ziemlich wechselhaft und auch wenn es gerade trocken ist, könnte es nach 5 Stunden und 2000m höher schon ganz anders aussehen.
  • Hut – Guter Schutz bei jedem Wetter.
  • Taschenlampe – Wenn du bei Nacht wanderst, wirst du definitiv eine Taschen- oder Kopflampe brauchen.

Und zum Schluss noch ein paar Kleinigkeiten über den Anstieg des Mount Fuji, die du vielleicht noch nicht weißt. In regelmäßigen Abständen befinden sich Verkaufsautomaten, einschließlich einem am Gipfel. Dort gibt es auch WLAN und einen Briefkasten. Außerdem gibt es eine Gruppe Einheimische, die mit Leichtigkeit den Berg auf und ab wandert (Ich glaube ich habe sogar einen hüpfen sehen) und den Müll unmanierlicher Wanderer beseitigt. Falls du jemanden aus dieser Gruppe siehst, begrüße und bedanke dich auf jeden Fall.
Und das war’s, sobald du deine Tasche gepackt und das Wetter überprüft hast, kannst du aufbrechen und Mount Fuji besteigen.

Los geht’s!

Dieser Artikel ist eine Übersetzung von dem englischen [Original].

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