Japan gilt als ein Land mit einer tief verwurzelten Kultur und Tradition, welche sich in allen möglichen Bereichen des Lebens wiederfindet, von den gesellschaftlichen Regeln bis hin zu Film und Fernsehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier eine einzigartige wie leicht verrückte Subkultur ihren Ursprung hat: Die Otaku-Kultur!

Gundam Statue

Das Wort Otaku (おたく) kann grob mit „Wohnung“ oder „Haus“ übersetzt werden, und bezieht sich in seinem Ursprung auf eine Person, welche so von ihrer Leidenschaft besessen ist, dass sie kaum das Haus verlässt. Der zu dieser Zeit eher negativ geprägte Begriff wurde wahrscheinlich erstmals 1983 von Nakamori Akio in seiner Kolumne Otaku no Kenkyū (Otaku-Forschung) genutzt, in welcher er den stereotypischen männlichen Fan von Anime und Manga thematisierte. Allerdings war es erst die Nutzung des Begriffs in Bezug auf den „Otaku Killer“ im Jahre 1989, welche den Begriff in Japan der breiten Masse als abwertende Identifikation bekannt machte.

Glücklicherweise änderte sich dies in den 90er Jahren, als diverse Autoren die Otaku-Kultur mehr und mehr als eine positive und einzigartige Subkultur darstellten. In den darauffolgenden Jahrzehnten bekannten sich immer mehr junge Menschen öffentlich zu ihrer Identifikation als Otaku und gaben dem Begriff so ein wesentlich positiveres Image, was in der Entstehung einer unheimlich vielseitigen Subkultur resultierte, welche sich bis heute von westlicher „Nerd“ oder „Geek-Kultur“ abhebt.

Akiba bei Nacht

Auch wenn sich die Ursprünge der Otaku-Kultur größtenteils in der Manga und Anime Szene finden, umfasst der Begriff gerade in Japan eine weitreichende Palette an mit unheimlicher Hingabe verfolgten Interessen und Hobbys. Deren tiefe Verwurzelung und Akzeptanz innerhalb der japanischen Gesellschaft macht es wenig überraschend, dass für viele Otakus aus aller Welt Japan einen wahrgewordenen Traum darstellt.

Ein kurzer Spaziergang durch Akihabara oder Nakano Broadway macht eines schnell klar: Hier findet sich alles, was auch nur im Entferntesten vorstellbar ist und eine treue Anhängerschaft besitzt. Es ist spielt keine Rolle, ob du ein Otaku im westlichen Sinne bist und dich in Anime und Manga verlieren möchtest, oder eine eher abwegige Sammelleidenschaft hast: In diesen Hochburgen der Otaku-Kultur findet jeder das Objekt seiner Begierde und, noch viel wichtiger, eine riesige Gruppe an Gleichgesinnten.

Ich selbst war bei meiner Ankunft in Japan sicherlich kein Otaku, und das hat sich bis heute auch nicht geändert. Allerdings bemerkte ich sehr schnell, dass so ziemlich jeder den ich traf mir voller Leidenschaft über Anime, Manga und Videospiele erzählte und niemand seine Interessen zurückhalten musste, ein Umstand, den ich in meiner Heimat leider immer wieder beobachte. Jeder teilte und feierte seine und die Interessen anderer, ohne auch nur einen Hauch von Wertung oder Ablehnung.

Es ist diese Einstellung, welche Japan in diesem Bezug so einzigartig macht und es Otakus wie Nicht-Otakus ermöglicht ihre eigenen Interessen zu verfolgen und dabei in eine Vielzahl an neuen Bereichen einzutauchen. Anime und Manga sind allgegenwärtig und oft sieht man in Zügen sogar ältere Japaner in Anzügen fröhlich in ihren Mangas blättern, ein Bild, welches die gesellschaftliche Akzeptanz im Vergleich zu westlichen Kulturen noch einmal stark hervorhebt.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Otaku-Kultur in der japanischen Gesellschaft mittlerweile einen festen Platz gefunden hat, einen Meilenstein, welchen die Nerd-Kultur in der westlichen Welt bisher nicht erreicht hat. Gerade deshalb entwickeln viele junge Menschen aus aller Welt ein Interesse für Japan und seine Kultur und wagen den Schritt wie ich und viele andere dorthin zu reisen oder sogar dort zu leben.

Und falls du jetzt auch mit dem Gedanken spielst all das selber zu erleben, dann hast du dank Go! Go! Nihon die Möglichkeit einen ganz auf das Thema abgestimmten Otaku Trip zu unternehmen! Von Otakus für Otakus geschaffen vereint diese Reise die Ideale dieser faszinierenden Subkultur und macht ihre besten Qualitäten jedem zugänglich. Und auch für jeden anderen Bereich der japanischen Kultur gibt es die passende Sprachreise!