Wer Japanisch lernen will, sollte am besten mit den 2 japanischen Silbenalphabeten und den japanischen Schriftzeichen anfangen. Denn das System ist etwas komplexer, es besteht nämlich aus insgesamt drei verschiedenen Schriften: 
Zum einen beinhaltet es die aus China übernommenen Kanji (漢字) und zum anderen die zwei Silbenalphabete Hiragana (平仮名) und Katakana (片仮名).

Japanische Texte bestehen in der Regel aus einer Kombination aus Hiragana und Kanji, dazu manchmal Katakana. Bevor du zum Leben und Lernen nach Japan gehst, empfehlen wir zuerst die beiden Silbenalphabete zu meistern.

Aufgrund der drei verschiedenen Schriften und ihrer unterschiedlichen Verwendung, gilt die japanische Schriftsprache auch als eine der schwierigsten Sprachen.

Japanische Schriftzeichen können sowohl in Spalten von oben nach unten geschrieben werden, wobei die Spalten wie beim traditionellen Chinesisch von links anfangen, oder horizontal von links nach rechts wie im Deutschen. Aus diesem Grund musst du manche Bücher in Japan von rechts aufschlagen, andere von links.

Hiragana

Beide Silbenalphabete sind durch Vereinfachung und Abwandlung der chinesischen Schriftzeichen entstanden und bestehen aus jeweils 46 Zeichen – womit man alle Laute der japanischen Sprache bilden kann.
 Ein Zeichen stellt eine vokalische Silbe dar, also entweder einen Vokal (z.B. a) oder einen Konsonanten kombiniert mit einem Vokal (z.B. ka); dazu kommt nur noch der Silbenschlussnasal n.

Durch ein paar zusätzliche Änderungen kann die Silbenauswahl noch erweitert werden:

  1. Die k-, s-, t- und h-Reihe wird mit zwei kleinen Strichen, genannt dakuten (濁点), verändert und stimmhaft gemacht. K wird zu G, S zu Z, T zu D und H zu B.
    Beispiel: か ka → が ga
    Beachte jedoch, dass shi und chi beide zu ji werden und su und tsu beide zu zu.
  1. Bei der h-Reihe kann man außerdem mit einem handakuten (半濁点), einem kleinen Kreis, das H in ein P verwandeln.
  2. Des Weiteren kann man die y-Reihe klein schreiben und dadurch bei der i-Reihe weitere Veränderungen vornehmen.
Beispiel: ki + kleines ya = kya (き+ゃ= きゃ); ri + kleines yo = ryo (り+ ょ= りょ)
  3. Das tsu kann auch klein geschrieben werden, dadurch kann man einen Doppelkonsonanten schreiben. Beispiel: わかった, wakatta

Die Beispiele sind zwar alle in Hiragana geschrieben, aber für Katakana gilt genau dasselbe – viele kleine Veränderungen, durch die umso mehr Silben entstehen.
 Hiragana und Katakana beinhalten also die gleichen Laute – wo besteht dann der Unterschied?
 Hiragana wird verwendet für alle Wörter, die nicht in Kanji geschrieben werden sowie für Partikel und veränderliche Teile der Wörter, wie Flexive. Die Begrüßung Konnichiwa (こんにちは) schreibt man zum Beispiel in Hiragana.

Hiragana wird außerdem für furigana (ふりがな) oder yomigana (読み仮名) benutzt, eine Lesehilfe für Kanji, welche direkt über oder neben dem Kanji geschrieben steht. Sie hilft dir dabei, noch unbekannte Kanji zu lesen – ein weiterer Grund, warum du zuallererst Hiragana lernen solltest. Kinderbücher werden ebenfalls oft in Hiragana geschrieben.

Katakana

Katakana hingegen beschränkt sich auf gairaigo (外来語), Fremd- und Lehnwörter aus dem Ausland. Beispielsweise werden Wörter, wie Laptop (ラップトップ, rapputoppu) oder Deutschland (ドイツ, doitsu) in Katakana geschrieben. Ausländische Namen werden ebenfalls in Katakana geschrieben; dein erstes Katakana-Wort wird also vermutlich dein eigener Name sein!

Neben den Lehnwörtern wird Katakana auch für Onomatopoetika verwendet, also Lautmalerei, wie zum Beispiel das Bellen eines Hundes: Was auf Deutsch mit „Wauwau“ beschrieben wird, heißt auf Japanisch „wanwan“ ( ワンワン ).

Wir von Go! Go! Nihon wollen dir auf deinem Weg Japanisch zu lernen helfen und entwickelten deshalb die App Hiragana Quest. Einer unserer ehemaligen Schüler hat für diese App die Mnemonik-Methode verwendet. Diese Methode hilft euch, dank kleiner Geschichten und Bilder japanische Schriftzeichen schnell zu lernen und sie auch im Gedächtnis zu behalten.

Japanische schriftzeichen

Kanji

Kanji wurden etwa ab dem vierten Jahrhundert aus dem Chinesischen übernommen.
 Mit Kanji schreibt man in Japan hauptsächlich Nomen, Verben, Adjektive und einheimische Namen.
 Es gibt eine offizielle Liste an „Alltagsgebrauch Kanji“ (常用漢字, jouyoukanji), welche rund 2000 japanische Schriftzeichen enthält. Viele Zeitungen nutzen neben den Silbenalphabeten nur Kanji aus dieser Liste, so dass es für eine breite Masse möglich ist, die Artikel zu lesen.

Wenn du Japanisch lernen möchtest, ist es empfehlenswert zuerst Hiragana, dann Katakana und anschließend Kanji zu lernen.
 Am Anfang schreibst du die japanischen Schriftzeichen am besten erstmal einige Male in der richtigen Strichreihenfolge auf. Um sie dir dann zu merken, empfehlen wir die Zeichen aktiv zu benutzen, indem du Texte schreibst. Zu Beginn kennt man zwar in der Regel kaum Vokabeln, aber das ist kein Problem. Zum Beispiel kann man einfach im Internet nach japanischen Songtexten suchen, von denen es sowohl reine Hiragana als auch romanisierte Versionen gibt. Diese kann man dann von Rōmaji, der lateinischen Umschrift, in Hiragana umschreiben und mal andersherum. Außerdem findet man im Internet zahlreiche Texte, die nur in Hiragana geschrieben sind.

Ob man wie oben erwähnt Texte bildet, um sich japanische Schriftzeichen zu merken, ist natürlich jedem selbst überlassen. Es gibt dabei keine „einzig wahre“ Lerntechnik, bei manchen funktioniert die eine Methode am besten, andere nutzen lieber Karteikarten oder schreiben die japanischen Schriftzeichen wiederholt auf – jeder hat seine eigene Technik.

Rōmaji

Zusätzlich zu den drei Schriftsystemen wird auch das lateinische Alphabet benutzt. Rōmaji (ローマ字), oder auch römische/lateinische Zeichen, werden für Texte und Schriftzüge genutzt, die sich an Ausländer richten bzw. Personen, die kein Japanisch können. Das können beispielsweise Straßenschilder, Wörterbücher, Lehrbücher oder Reisepässe sein.

Rōmaji werden auch beim Schreiben am Computer verwendet. Obwohl man auf japanischen Tastaturen mit Kana schreiben kann, verwenden viele Leute die lateinischen Buchstaben, um die Klänge und Zeichen in Rōmaji zu tippen.

Wenn du mit dem Lernen anfängst, wird dir die Rōmaji-Umschrift beim Lesen der japanischen Wörter helfen.

Die Grundlagen meistern mit Go! Go! Nihon

All das kann etwas überwältigend wirken, insbesondere für Anfänger oder Leute, deren Interesse an der japanischen Sprache gerade erst begonnen hat. Keine Sorge, es gibt viele großartige Mittel, die dich auf den richtigen Weg bringen – von Apps über Bücher bis hin zu Spielen!

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