Wenn du in Tokio herumläufst und dein Magen plötzlich knurrt, was hältst du dann davon, japanische Ramen zur Bekämpfung des Hungers zu verzehren? Sie sind schmackhaft, sättigend und können buchstäblich jederzeit, überall und so, wie es dir gefällt, konsumiert werden. Achte einfach auf das übliche Schild mit den Buchstaben らーめん oder ラーメン, die „Ramen“ in Hiragana bzw. Katakana bedeuten.

Wir machen einen Ausflug nach Tokio, wo wir durch die Geschichte der japanischen Ramen gehen, wie man sie bestellt und nicht zuletzt, wie man eine Schale mit preisgekrönten japanischen Ramen verzehren kann.

Lasst uns die Reise beginnen!

Japanische ramen

Die Geschichte der japanischen Ramen

Es wird behauptet, dass die erste Schale japanischer Ramen Ende des 19. Jahrhunderts von chinesischen Einwanderern in Yokohama serviert wurde. Allerdings dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis das Gericht ein wesentlicher Bestandteil der japanischen Esskultur wurde. Der Grund dafür war, dass bei Hunger immer noch Reis die erste Wahl war. Doch die Folgen des Zweiten Weltkriegs änderten das Ganze.

Nach dem Krieg war Japan eine abgeschnittene Nation, und im Zuge dessen schwankte die einheimische Reisproduktion. Die Situation wurde noch schlimmer, als kurz darauf eine rekordverdächtige niedrige Reisernte folgte. Das bedeutete, dass sowohl die japanischen als auch die stationierten amerikanischen Truppen eine Alternative benötigten. Die Amerikaner importierten daher enorme Mengen Weizen nach Japan, was zu einem Wandel des Nahrungsmittelkonsums in Japan führte, da immer mehr Brot und Weizennudeln in Japan erhältlich waren. Die gleichen Nudeln, die in japanischen Ramen verwendet werden.

Doch die Bevölkerung in Japan war in Anbetracht dessen nicht gerade glücklich und zufrieden. Es gab nach wie vor Probleme. Die Nahrungsmittelverteilung der Regierung dauerte an, und dies ermöglichte es den Yakuza, mehr und mehr die Kontrolle über den Lebensmittelmarkt zu gewinnen und „illegale“ Restaurants in ganz Japan zu eröffnen. Viele dieser Geschäfte waren japanische Ramen-Läden. Heute, Jahrzehnte später, sind japanische Ramen ein unverwechselbarer Teil der japanischen Kultur, denn ein Ramenshop ist buchstäblich überall zu finden. Nehmen wir Tokio als Beispiel, dort findest du über 10 000 Ramen-Läden, die eine Schale mit herzhaften Ramen servieren.

Bestellautomat im ramen restaurant

Verschiedene Ramen und Schalen

Wie die verschiedenen Nudelsorten bietet Ramen in Japan eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen und Sorten, die hauptsächlich in vier Gruppen eingeteilt werden: Miso (fermentierte Sojabohnen), Shio (Salz), Tonkotsu (Knochen vom Schweinekamm) und Shoyu (Sojasauce). Jeder einzelne von ihnen hat seinen eigenen Geschmack und Charakter.

Wenn du japanische Ramen bestellst, benutzen die meisten Geschäfte einen einfachen Ticketautomaten am Eingang, was es schwierig macht, mit etwas anderem als Bargeld zu bezahlen. Unglücklicherweise keine Kreditkarten. Bargeld ist immer der Schlüssel, wenn es zu Ramen-Läden kommt. Dies könnte man von Japan als Ganzes sagen; besser ist es, immer etwas Geld bei sich zu haben.

Die Maschine am Eingang verfügt in der Regel über eine große Auswahl an Tasten, mit denen Sie alles von Ramen, Toppings und Getränken bestellen können. Die Buttons haben manchmal eine englische Übersetzung, besonders in Gebieten wie Shibuya und Harajuku, wo viele Touristen anzutreffen sind.

Falls du dir immer noch nicht sicher bist, was du bestellen sollst, gibt es die Regel, die die meisten Ramen-Shops befolgen, um dir bei der Auswahl zu helfen. Der linke obere Knopf der Maschine ist nämlich oft für die eigene Spezialität dieses Ramen-Shops reserviert. Das sind gewissermaßen Ihre Stärke. Versuche es, wenn du unsicher bist, du wirst höchstwahrscheinlich positiv überrascht sein.

Individuelle Gestaltung der japanischen Ramen

Du hast gerade deine Entscheidungen getroffen und hast die Tickets in der Hand. Jetzt ist es an der Zeit, deine japanischen Ramen zu personalisieren. Abhängig vom Ramen-Shop werden dir bei der Übergabe der Tickets vielleicht ein paar Fragen gestellt. Manchmal hast du die Möglichkeit, dir eine zweite Portion Nudeln zu holen. Ohne Aufpreis. Manchmal auch die Wahl zwischen leicht- oder dickflüssiger Suppe.

Nachfolgend werden die häufigsten Fragen, die auftauchen können, sowie die möglichen Antworten auf die Frage erläutert, damit du die Ramen genau so gestalten kannst, wie du sie haben möchtest.

  • Katamen – Bevorzugst du die Nudeln etwas mehr al dente? In diesem Fall ist Katamen die richtige Antwort. Eine sehr beliebte Alternative bei japanischen Kunden, da die Nudeln in der heißen Suppe nach einiger Zeit ziemlich aufgeweicht sein können.
  • Omori – Je nach Ramen-Shop kann es sein, dass du bei der Abgabe deiner Tickets nach einem gratis ‚Omori‘ gefragt wirst. Das ist die Entscheidung, für eine große Portion Nudeln. Solltest du hungrig sein, antworte einfach mit den gleichen Worten oder mit einem simplen “ hai „.
  • Futsu – Falls dein Hunger nicht so groß ist, sag einfach „futsu“. Dabei handelt es sich um eine mittelgroße Portion, die in den meisten Fällen ausreichend sind. Vor allem, wenn du dazu neigst, die Suppe zu trinken, während du deine Ramen isst.
  • Koime – Die Suppe ist eines der Grundelemente der Ramen und wenn du eine dickere, schwerere Suppe bevorzugst, kannst du darum bitten. Denke daran, dass nicht alle Ramen-Läden dieses Angebot haben, aber du kannst den Koch jederzeit fragen, um sicher zu gehen.
  • Usume – Falls dickflüssig nicht deine bevorzugte Wahl ist, kannst du auch leichtere Suppe beantragen. In diesem Fall fragst du einfach nach ‚usume‘.
  • Kaedama – Wem die Nudeln nicht ausreichend waren und noch jede Menge köstliche Suppe in der Schüssel ist, dann gibt es eine Lösung. Bestelle mehr Nudeln. Nicht alle Ramen-Shops bieten diese Möglichkeit, aber du kannst nach dem Kaedama (替え玉) Zeichen im Shop ausschau halten. Der Preis für eine weitere Portion Nudeln liegt bei ca. 100-200 Yen und werden in deiner derzeitigen Schüssel mit Ramen serviert. Eine hervorragende Möglichkeit, um den Hunger zu stillen.

mann isst ramen

Ramen Beast – Die Ramen-Profis

Es gibt eine Gruppe von Menschen in Japan, die alles wissen, was es über japanische Ramen zu wissen gibt, sowie über die Shops, die gerade in aller Munde sind. Go! Go! Nihon traf den Ramen-Experten Hiroshi Shimakage, der im Laufe der Jahre über 5.000 Schalen japanischer Ramen verdrückt hat und einer der Gründer der Ramen-App „Ramen-Beast“ ist. Er nahm uns mit auf eine Ramen-Tour im vielfaltigen Tokio, um zwei neue und aufregende Ramen-Shops zu besuchen, die qualitativ hochwertige Ramen anbieten. Hiroshi Shimakage isst nicht nur viel und viel Ramen, sondern hat auch langjährige Erfahrung mit der japanischen Ramen-Kultur.

Er sagt, dass es keine besonderen Regeln gibt, wenn es um das Essen von Ramen geht, iss einfach so, wie es dir gefällt. Mach dir keine Sorgen, wenn du schlürfst, denn das ist auch eine völlig in Ordnung. Allerdings nennt er, ein paar Hinweise, an die man denken sollte, nämlich den Respekt vor wartenden Kunden in der Schlange. Da die meisten Ramen-Läden relativ klein sind und Ramen-Läden hungrige Kunden benötigen, damit die Stühle besetzt sind, solltest du nicht zu lange nach dem Essen sitzen bleiben. Vor allem während der Stoßzeiten beim Mittag- und Abendessen.

Am Abend präsentiert Hiroshi Shimakage Go! Go! Nihon zwei relativ neue Ramen-Shops: einer davon erhielt den Preis „Rookie des Jahres 2018“.

Ein 10-minütiger Fußweg vom Bahnhof Kichijouji entfernt stehen die Menschen in der Schlange außerhalb eines Ramen-Shops. Auf einem leuchtenden Schild steht Tombo. Ein Ramen-Restaurant, welches Shio-Ramen serviert, eine leichte und salzige Suppe mit einem Duft, der ohne Zweifel etwas über den durchschnittlichen Ramen liegt. Das Restaurant wurde 2018 mit dem Preis „Rookie of the year“ für seine köstlichen Shio-Ramen ausgezeichnet. Aus diesem Grund stehen so viele Leute Schlange. Man sagt, je länger die Schlange, desto besser die Ramen. Perfekt gekochte Nudeln mit einer Würze die zweifellos etwas Besonderes ist. Sobald die Schüssel leer ist, bist du mit Sicherheit gesättigt und erholt, so dass ein zweiter Besuch in Tombo in naher Zukunft unerlässlich ist.

Der nächste Halt ist der neu eröffnete Ramen-ya Ishibashi in Asagaya. Dieser Ramen-Shop serviert eine Hühnerbrühe, die entweder auf Shio oder Shoyu Ramen basiert. Das Hühnerfleisch, das mit dem Ramen serviert wird, ist fast ein wenig roh und sorgt für ein wirklich einzigartiges Ramen-Erlebnis. Haben wir dir schon gesagt, dass der Besitzer des Ladens ein echter Ramen-Enthusiast ist, der den Besuch alleine lohnenswert macht? Ein absoluter Muss, wenn du ein Erlebnis mit einzigartigen Geschmack und Service suchst.

Die Zukunft der japanischen Ramen

Japanische Ramen sind zu einem Phänomen geworden, die nicht nur in Japan, sondern auch in anderen Teilen der Welt unglaublich beliebt sind. Neue Kombinationen und Anwendungen von Zutaten haben das Licht der Welt erblickt, und Ramen entwickeln sich in verschiedenen Teilen der Welt verschieden weiter. Ob diese innovativen Sorten den japanischen Ramen ebenbürtig sind oder nicht, ist schwer zu sagen. Was man aber sagen kann, ist, dass japanische Ramen ein kulinarisches Abenteuer bieten, das auf jahrzehntelanger Perfektion und Kreativität basiert. Deshalb studiere mit Go! Go! Nihon in Japan. Verbessere nicht nur dein Japanisch, sondern nutze auch die Möglichkeit, dich den japanischen Ramen-Kultur hinzugeben.

Möchtest du mehr über verschiedene Aspekte der japanischen Kultur erfahren? Verfolge unseren Blog, indem wir alles abdecken, was du über Japan wissen musst!

いただきます!(Itadakimasu!)