Nudeln, welche im Japanischen auch als men (麺, めん) bezeichnet werden, gehören zum Kern der traditionellen japanischen Küche. Sie sind sehr leicht und schnell zuzubereiten und daher die erste Wahl, wenn es mit dem Essen schnell gehen muss. Dabei kannst du oft unter mehreren Arten von Nudeln auswählen, welche kalt, angebraten, in Suppen, mit Soßen oder in Salaten serviert werden. Lass uns die 8 verbreitetsten Arten von japanischen Nudeln daher einmal näher anschauen!

Ramen

1. Ramen

Ramen (ラーメン) gehört wohl zu den bekanntesten Vertretern der japanischen Nudelgerichte. Diese Art von Nudel kann an ihrer dünnen und oft gekräuselten Form und der leicht gelblichen Farbe erkannt werden. Sie wird aus einem simplen Teig gerollt, welcher aus Weizenmehl, Salz, Wasser und kansui besteht, einem sehr basischen Wasser. Ramen kommt wahrscheinlich ursprünglich aus China, daher werden die Nudeln oft auch als chuka soba (中華そば, ちゅうかそば), zu Deutsch „chinesische Soba“, bezeichnet.

Ramen wird meistens in Suppenbrühe vom Huhn oder Schwein serviert, zusammen mit allerlei Beilagen wie z.B. gekochten Eiern, shiitake Pilzen und Zwiebeln.

Tonkotsu Ramen zeichnet sich durch seine trübe, kräftige Brühe aus, welche durch das Auskochen von Schweineknochen entsteht.

Shoyu Ramen basiert auf einer dunklen Brühe mit viel Sojasoße, oft in Kombination mit mariniertem Bambus, Frühlingszwiebeln, gekochten Eiern und Sojasprossen.

Shio Ramen wird mit einer eher hellen, gelblichen Brühe mit viel Salz serviert. Er zeichnet sich durch einen weniger intensiven Geschmack und die Nutzung von glatten Nudeln aus.

Miso Ramen basiert auf der gleichnamigen Paste aus fermentierten Sojabohnen und ist vor allem in Hokkaido beliebt.

Udon

2. Udon

Udon (うどん) sind die dicksten unter den japanischen Nudeln. Diese weißen Weizennudeln werden oft kalt in Soße getunkt oder in einer heißen Brühe serviert. In ihrer einfachsten Form werden sie meistens mit fein geschnittenen Frühlingszwiebeln und vielleicht einer Scheibe kamaboko gegessen.

Kitsune Udon, auch „Fuchs“ Udon genannt, wird mit aburaage, frittiertem Tofu, serviert.

Tempura Udon wird mit Tempura, Chikara Udon mit mochi und Stamina Udon mit Fleisch, Eiern und Gemüse serviert.

Yaki-udon werden ähnlich wie Yakisoba in einer auf Soja basierenden Soße angebraten.

Udon werden oft auch für nabe, oder „One-Pot“ Gerichte verwendet. In Nagoya kocht man sie in Miso-Suppe als Miso-nikomi Udon.

Die dicksten Udon in Japan, Hoto Udon, findest du übrigens in Yamanashi, wo sie oft in einer kräftigen Miso-Suppe mit viel Gemüse zubereitet werden.

Soba

3. Soba

Soba (蕎麦, そば) werden traditionell aus Buchweizen hergestellt, manchmal unter Zugabe von Weizenmehl. Viele Varianten sind sehr ähnlich zu Udon und werden ebenfalls oft kalt oder in heißer Brühe serviert.

Zaru-soba werden kalt auf einer Bambusplatte mit kleinen nori Algenstücken und Frühlingszwiebeln serviert und dann in tsuyu getunkt, eine Soße bestehend aus Soja, dashi und mirin. Viele Japaner trinken nach dem Essen gerne das Kochwasser, oder auch sobayu (蕎麦湯, そばゆ) genannt, vermischt mit den Resten der Tsuyu.

Kalte Soba werden gerne mit tororo gegessen, einem Püree aus yamaimo und geraspeltem daikon. Warme Soba werden eher mit Tempura, Ente oder Gebirgsgemüse, auch sansai (山菜, さんさい) genannt, gegessen.

Soba wird außerdem auch an Silvester gegessen, eine Tradition, die sich bis heute im Großteil von Japan gehalten hat. Hierbei als toshikoshisoba (年越しそば, としこしそば) bezeichnet, hat dieses Gericht für viele Japaner eine wichtige spirituelle Bedeutung.

Somen

4. Yakisoba

Im Gegensatz zu Soba werden yakisoba (焼きそば, やきそば) nicht aus Buchweizen sondern aus Weizen hergestellt. Sie werden meistens zusammen mit Schweinefleisch und verschiedenstem Gemüse wie z.B. Kohl, Zwiebeln oder Karotten in Yakisoba Soße angebraten. Danach folgt noch eine Garnitur bestehend aus aonori (grünes Algenpuder), beni shoga (roter eingelegter Ingwer), katsuobushi (Bonito Flocken) und Mayonnaise. Diese Kombination ist gerade als Street Food enorm beliebt und auf jedem matsuri oder yatai in Japan zu finden.

5. Sōmen

Sōmen (素麺, そうめん) sind extrem dünne weiße Weizennudeln, welche im Sommer zumeist kalt, im Winter aber in warmer Brühe als nyumen serviert werden. Genau wie Zaru-soba tunkt man sie in Tsuyu, garniert mit etwas Ingwer oder myoga.

Im Sommer werden Sōmen oft auch als nagashi-sōmen, oder „fließende Sōmen“ serviert. Dabei werden diese japanischen Nudeln in eine Bambusrinne mit fließendem Wasser gegeben. Daraufhin schnappen sich die Gäste die vorbeitreibenden Nudeln mit ihren Essstäbchen, tunken sie in Tsuyu und verspeisen sie.

6. Hiyamugi

Hiyamugi (冷麦, ひやむぎ) sind etwas dicker als Sōmen, allerdings immer noch dünner als Udon. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu beiden Varianten werden Hiyamugi auch auf ähnliche Weise serviert, jedoch sind sie manchmal auch grün oder rosa gefärbt. Um Verwirrung zu vermeiden sind Hiyamugi in Japan klar definiert: Weizennudeln zwischen 1,3mm und 1,7mm im Durchmesser müssen es sein, alles was dicker ist, gilt als Udon, alles dünnere als Sōmen.

Shirataki

7. Shirataki

Konnyaku „Nudeln“ oder shirataki (白滝, しらたき) sind seit Neuestem auch außerhalb von Japan als ein effektives Nahrungsmittel zum Abnehmen bekannt geworden. Die dünnen und leicht durchsichtigen japanischen Nudeln werden aus der Knolle der Teufelszunge hergestellt und zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Ballaststoffen und niedrige Mengen von Kohlenhydraten und Kalorien aus. Ihr geringer Eigengeschmack macht sie außerdem enorm vielseitig beim Kochen, jedoch findet man sie meist in Eintöpfen wie z.B. sukiyaki oder nikujyaga.

8. Harusame

Die auch bei uns bekannten Glasnudeln werden in Japan harusame (春雨, はるさめ) genannt und werden ähnlich wie chinesische Glasnudeln in Salaten und Hot-Pot Gerichten verwendet. Außerdem finden sie in Japan oft Verwendung, wenn es darum geht, chinesische und koreanische Gerichte an die japanische Küche anzupassen.

Damit hätten wir nun auch endlich die verbreitetsten Arten von japanischen Nudeln abgedeckt. Und welche ist dein Favorit?