Wer kennt nicht Japans berühmtesten Hund Hachiko? Aber welche Hunderassen gibt es eigentlich in Japan? Es sind sechs Hunderassen der Spitz Reihe in Japan heimisch: Der Hokkaido, Akita, Kai, Kishu, Shikoku und der Shiba-Hund. Sie alle wurden mit der Hilfe des Nihon Ken Hozonkai (日本犬保存会), dem Verband für die Erhaltung des japanischen Hundes, von der japanischen Regierung als Naturdenkmal deklariert. Ziel des Verbands ist es bis heute diese Rassen zu erhalten und zu schützen.

Auf der nördlichsten Insel Japans ist der gleichnamige Hokkaidō-Hund heimisch. Er kam wahrscheinlich gemeinsam mit einem der Urvölker Japans, den Ainu, während der Jōmon-Zeit (ca. 10.000 – 300 v.Chr.) nach Japan und wird deshalb auch Ainu-Hund genannt. Die als mutig und tatkräftig geltende Hunderasse wurde 1937 zu einem Naturdenkmal Japans erklärt.

Die Geschichte vom Hund Hachiko

Ein Stück südlicher befindet sich die Heimat des größten japanischen Hundes, dem Akita-Hund. Wie alle Rassen dieser Art wurde er früher schon als Jagd- und Schutzhund gehalten. Genannt ist die Rasse nach der Präfektur Akita, aus der auch der bekannte Hund Hachiko (ハチ公) stammt. Seine Geschichte gilt bis heute als Symbol der Treue und Hingabe und war auch Thema einiger Bücher und Filme. Er wurde im November 1923 in Ōdate geboren und von Hidesaburō Ueno, einem Professor der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Tokyo, adoptiert.

Jeden Morgen begleitete Hachiko den Professor zum Bahnhof Shibuya und kehrte dann nach Hause zurück. Abends ging er wieder zum Bahnhof, um sein Herrchen dort abzuholen. Etwa ein Jahr lang war dies seine Routine. Doch am 21. Mai 1925 starb Ueno während seiner Arbeit an einer Hirnblutung. Hachiko wurde zu Verwandten in Asakusa gegeben, doch er riss immer wieder aus und kehrte in sein altes Heim in Shibuya zurück. Er wurde dann von Uenos ehemaligem Gärtner aufgenommen, doch auch von dort riss er weiterhin aus. Da sein Herrchen jedoch nicht zu Hause war, machte sich Hachiko auf den Weg zum Shibuya Bahnhof, um dort wie gewohnt auf ihn zu warten. Jeden Tag wartete er darauf, dass Ueno mit den anderen Pendlern an der Station ankommt und verließ den Platz nur aufgrund von starkem Hunger.

Nach einer Weile wurde der Akita-Hund immer öfter bemerkt und es erschien sogar ein Artikel in der Zeitung Asahi Shinbun (朝日新聞) über Hachiko, so dass der Hund zu einer kleinen Berühmtheit wurde. Im Jahr 1934 wurde darüberhinaus eine Bronzestatue des treuen Hundes vor dem Bahnhof Shibuya errichtet. Ein Jahr danach, am 8. März 1935, starb Hachiko. Er wurde bei Hidesaburō Ueno begraben, so dass er nach insgesamt 9 Jahren und 10 Monaten des täglichen Wartens endlich wieder mit seinem Herrchen vereint war.

Weniger bekannt ist der Kai-Hund, welcher aus der historischen Präfektur Kai, dem heutigen Yamanashi, stammt und daher seinen Namen erhielt. Aufgrund der bergigen Landschaft seiner Heimat ist der Kai- Hund ein besonders guter Kletterer und auch Jäger. Er soll außerdem sehr intelligent und ein schneller Lerner sein, weshalb einige Kai-Hunde als Rettungs- oder Suchhunde eingesetzt werden.

Herkunft prägt die Hunde

In der historischen Provinz Kishū, welche der heutigen Präfektur Wakayama und einem Teil der Präfektur Mie entspricht, ist der Kishū-Hund heimisch. Im Jahr 1934 wurde die als tapfer und treu geltende Rasse zum Naturdenkmal deklariert. Heutzutage hat die Mehrheit dieser Rasse ein weißes Fell; zum einen aus genetischen Gründen und zum anderen aufgrund einer Popularität der weißen Kishū bei den Züchtern.

Ganz in der Nähe befindet sich Shikoku, eine der Hauptinsel Japans und Ursprung der Shikoku-Rasse. Die Hunde sollen insbesondere aus der Präfektur Kochi stammen und werden deshalb auch Kochi-Hunde genannt. Auch sie wurden zu einem Naturdenkmal Japans erklärt, und zwar im Jahre 1937.

Zu guter Letzt die einzige Rasse, die nicht nach einer Region benannt wurde: der Shiba-Hund. Er stammt aus einem großen Gebiet Zentraljapans; woher sein Name tatsächlich stammt ist nicht ganz klar, es gibt mehrere Theorien. Sicher ist jedoch, dass die Shiba-Hunde die kleinsten und auch die beliebtesten der japanischen Hunde sind. Und in der Welt des Internets sind sie wohl nicht nur wegen ihrer Niedlichkeit bekannt, sondern in den letzten Jahren auch wegen des Doge Memes.

Diese sechs Hunderassen sind selten, weshalb sie zu Naturdenkmälern erklärt und besonders geschützt werden. Aufgrund ihrer Rarität ist es natürlich vor allem außerhalb Japans schwierig und teuer einen japanischen Hund zu bekommen, daher muss wohl die Masse an süßen Bildern im Internet für die meisten Hundeliebhaber ausreichen. Alternativ kann man sich auch noch an einem der Filme über Hachiko erfreuen, in denen der Hund vergeblich auf sein Herrchen wartet.

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