Wer den Sommer in Japan verbringt, wird viele Japaner sehen die einen Yukata tragen um das warme Wetter zu genießen. Aber was genau ist ein yukata (浴衣) überhaupt und wie und wo trägt man ihn?

Die Antwort auf die erste Frage ist recht simpel: Ein Yukata wird aus Baumwolle hergestellt und ist im Prinzip die leichtere, luftigere Version des kimono. Kimonos sind normalerweise kunstvoll verziert und bestehen aus Seidenstoffen, wohingegen ein Yukata einfacher anzuziehen ist, aus leichteren Stoffen hergestellt wird und daher viel häufiger bei weniger formalen Veranstaltungen getragen wird.

Wann man einen Yukata tragen kann

Yukata bedeutet wörtlich übersetzt „Badegewand“ und wurde ursprünglich nur bei onsen oder sento Besuchen getragen. Man sieht auch jetzt noch viele Leute die nach einem heißen Bad einen Yukata tragen, aber heutzutage werden sie auch außerhalb ganz gewöhnlich getragen.

Wenn du während deiner Japanreise in einem ryokan übernachtest, wird dir wahrscheinlich ein Yukata in deinem Zimmer bereitgelegt. Das heißt aber nicht, dass du den Yukata nur in deinem Zimmer tragen sollst. Heutzutage wird ein Yukata auch häufig beim Schlendern durch die Stadt getragen; insbesondere in Onsen-Städten wirst du viele Leute im Yukata bei einem abendlichen Spaziergang sehen.

Außerdem werden Yukata mittlerweile oft zu Sommerfesten angezogen. Traditionellerweise sind dafür indigofarbene Yukata vorgesehen, aber heutzutage gibt es eine wesentlich breitere Auswahl an Farben und Mustern und das begrüßen die Japaner vor allem zur Sommerzeit. Während Kimonos für formale Veranstaltungen, wie Hochzeiten und Beerdigungen gedacht sind, sind Yukata hingegen viel einfacher zu tragen und zur gängigen Mode für Sommer-Feuerwerke und allgemeinen Festivals zu jeder Jahreszeit geworden.

Einen Yukata tragen

Wie man einen Yukata trägt

Ein Yukata besteht aus einer Baumwollrobe, einem obi (der Gürtel) und geta (die Schuhe). Die Robe trägst du über der Unterwäsche oder gegebenenfalls über einem Unterhemd oder einem speziellen Untergewand.

1. Als erstes ziehst du die Robe an. Lege sie zunächst ganz normal wie eine Jacke an und nimm dann die rechte Seite, wickle sie nach links und lege dann die linke Seite oben drüber nach rechts. Achte auf jeden Fall darauf, dass die linke Seite oben ist. Das ist besonders wichtig, da die Trageweise eine gewisse Bedeutung innehat: Die rechte Seite nach oben zu legen ist für Beerdigungen gedacht, so dass es schnell respektlos wirken kann, wenn man das falsch macht.

2. Als nächstes der obi, lege den Mittelteil vorne an und wickle dann nach hinten und wieder nach vorne. Wickel insgesamt zwei Mal um dich herum und binde ihn dann in eine Art dreieckigen Knoten. Männer binden ihren obi um die Hüfte und Frauen sollten ihn um die Taille legen.

3. Die meisten Yukata haben dieselbe Länge, das heißt du musst überschüssigen Stoff auf Taillenhöhe klein um sich selbst falten, bis du eine geeignete Länge erreicht hast. Das kann ein bisschen schwierig werden, von daher empfiehlt es sich, sich dabei helfen zu lassen.

Yukata, die man im Hotel oder ryokan erhält, haben meistens einen simplen, dünnen obi, die sich leicht binden lassen. Aber du kannst dir natürlich auch einen schickeren, hochwertigeren kaufen. Diese haben zusätzlich noch einen ganz dünnen obi, um den Stoff am richtigen Platz um deine Taille zu halten und der große, bunte obi kommt dann oben drüber und wird am Rücken geknotet. Wer den obi alleine anzieht, knotet zunächst vorne und dreht ihn dann anschließend nach hinten. Aber auch das kann etwas knifflig werden, weswegen Hilfe von einer zweiten Person auf keinen Fall schaden kann.

Jetzt kannst du einen Yukata tragen und musst nur noch deine geta anziehen – und dann geht’s los!

Aber halt! Eine Sache gibt es noch. Zu manchen Yukata gibt es noch eine dünne Jacke dazu, die Hanten oder Chabaori heißt und über dem Yukata getragen wird. Ideal für etwas kühleres Wetter am Abend. Außerdem haben diese Jäckchen auch Taschen, was unterwegs ebenfalls sehr nützlich sein kann.

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