Was für viele in Deutschland die Kartoffel ist, ist in Japan der Reis: das Grundnahrungsmittel schlechthin und in den meisten Gerichten der japanischen Küche enthalten. Doch ist es nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch ein Symbol Japans, dass Stärke, Schönheit und ein gesundes Leben vermittelt. Wir schauen uns Japans weißes Gold heute einmal genauer an.

Japanischer Reis – Geschichte und Anbau

Der Anbau von Reis hat seinen Ursprung in China und kam erst später nach Japan. Es wird angenommen, dass die Kenntnisse zum Reisanbau vor etwa 2300 Jahren Japan erreichten. Seitdem hat sich natürlich viel entwickelt und sich einige beliebte Sorten herauskristallisiert. Japanischer Reis besteht meist aus relativ kurzen und rundlichen Körnern und wird beim Kochen klebrig. In Japan wird er als Kome (米, こめ) bezeichnet, in gekochtem Zustand dann als Gohan (御飯, ごはん), was gleichzeitig Mahlzeit bedeutet.

Zählt Reis heutzutage zu den japanischen Grundnahrungsmitteln, war er vor der Edo-Periode (ab 1609) als Luxusgut anzusehen und nicht jeder konnte es sich leisten, täglich Reis zu essen. Der Besitz von einer großen Menge Reis war ein Statussymbol. Auch heutzutage ist Reis in Japan nicht billig.

Was den Reis betrifft ist Japan Selbstversorger. Das heißt, dass der Reis, der in Japan verarbeitet wird, auch  in Japan angebaut wird. Reis aus dem Ausland gilt teils als unrein und nicht den hohen Ansprüchen der Japaner entsprechend. Auch heute noch wird japanischer Reis von Bauern angebaut. Die kleinen Felder werden zu großen Teilen noch mit Handarbeit bewirtschaftet und vor allem in ländlichen Gegend ist es kein seltenes Bild, wenn man ältere Menschen bei der Feldarbeit sieht.

Sushi

Beliebte Reisgerichte in Japan

Es gibt natürlich unzählige Gerichte mit japanischem Reis. Beim Washoku, dem traditionellen japanisches Essen, gilt nach dem Ichiju Sansai-Konzept eine Schüssel Reis als die Hauptspeise des Menüs und alle anderen Speisen dienen nur als Beilagen. Der Reis steht somit im Mittelpunkt der Mahlzeit.

Natürlich kommt einem bei dem Gedanken an japanisches Essen auch sofort Sushi in den Sinn. Hier wird der gekochte Reis mit Essig gesäuert und zusammen mit Fisch und anderen Zutaten in den unterschiedlichsten Formen dargereicht.

Eine bekannte Variante sind auch Onigiri, die japanischen Reisbällchen, die mit den unterschiedlichsten Füllungen gefüllt und gewürzt sind. Sie sind sehr praktisch für unterwegs und fast überall erhältlich. Daher werden sie auch oft als Mittagessen oder Snack für Zwischendurch in der Schule oder auf Arbeit verwendet.

Sehr beliebt in der Verbindung mit Reis sind aber ebenfalls Donburi-Gerichte. Hier wird der Reis in eine Schüssel gefüllt und mit anderen Zutaten bedeckt. Am bekanntesten sind wohl Gyudon (mit Rindfleisch), Katsudon (mit dem japanischen Katsu-Schnitzel) und Oyakodon (mit Ei und Hühnchen). Es gibt hier aber auch unzählige Varianten.

Auch traditionelle japanische Süßigkeiten können aus Reis bestehen. So werden die berühmten Mochi aus Klebereis (Mochigome) hergestellt und bekommen dadurch ihre besondere klebrige Konsistenz.

Sake  japanischer Reiswein

Was wird aus Reis noch gemacht?

Neben essen kann japanischer Reis auch getrunken werden. Vor allem Sake ist als japanischer Reiswein bekannt und wird aus Reis, Wasser und Hefe hergestellt. Auch Mirin, welches in der japanischen Küche als Speisewürze genutzt wird, ist eine Art süßer Reiswein und wird in einem ähnlichen Verfahren hergestellt.

Aber das ist nicht alles. Wusstest du, dass die Tatami-Matten in japanischen Zimmern aus Reisstroh bestehen? Auch hier ist also Reis ein wichtiges Element.

Selbst in der Religion findet man Reis wieder, denn japanischer Reis und Sake werden oft als Opfergaben für Tempel und Schreine verwendet. Ein Grund dafür, weshalb man an diesen religiösen Städten oft Sakefässer findet. Vor allem zu Neujahr sind Kagamimochi als Gabe sehr beliebt dafür.

Reis ist in Japan nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern ein besonderes Symbol des täglichen Lebens. Wir hoffen, dass wir dir die Bedeutung näher bringen konnten.