Der Fushimi Inari Schrein (伏見稲荷大社, ふしみいなりたいしゃ) gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kyōtos. Besonders bekannt ist der Schrein für seine langen Gänge aus dicht gedrängten roten torii (鳥居, とりい), die sich den Berghang (233 m) hinaufwinden auf dem dieser steht. Diese Schreintore gehören wohl zu den bekanntesten Fotomotiven Japans und finden sich in nahezu jedem Reiseführer wieder. Auch in Filmen sind die torii Fushimi Inaris beliebte Motive, wie beispielsweise in der Schlussszene des Blockbusters „Die Geisha“.

Für Japaner ist Fushimi Inari einer der beliebtesten Schreine für den Besuch zu religiösen Feiertagen, besonders zu Neujahr. Aber was ist so besonders an diesem Schrein und was sollte man bei einem Besuch unbedingt sehen? Im Folgenden werden wir dir ein wenig mehr zum Fushimi Inari Schrein erzählen, damit du noch mehr aus deinem Besuch ziehen kannst.

10000 rote Torii Tore

Die Gottheit Inari

Der Fushimi Inari Schrein ist der shintoistischen Gottheit Inari (稲荷, いなり) gewidmet. Damit ist er einer der ca. 30.000 Inari-Schreine in Japan. Ferner gehört er neben dem Yutoku Schrein in Kyūshū und der Toyokawa Inari Tempel zu den drei großen Inari-Heiligtümern.

In all diesen Schreinen stößt man bei seinem Besuch auf eine Vielzahl von Fuchsstatuen, die als Boten den Gottheit Inari gelten und als Wächter auch dessen Schreine beschützen. Bei genauem Hinschauen erkennt man in den Mäulern der Fuchsstatuen häufig unterschiedliche Gegenstände: Juwelen und Schriftrollen deuten dabei auf die magische Macht der Füchse hin, während Reisähren und Schlüssel (für Kornkammern) auf die wichtige Rolle Inaris für die japanischen Reisbauern hinweisen. Die Fuchsstatuen werden außerdem oft mit roten Lätzchen bekleidet um Beistand zu erbitten. Die Farbe Rot soll dabei besonders wirksam das Böse abhalten – ein Brauch, der sich auch bei anderen religiösen Figuren in Japan wiederfindet.

Die roten Torbögen

Die roten torii, die sich in so großer Zahl im Fushimi Inari Schrein finden, sind zum überwiegenden Teil Opfergaben von Gläubigen, die sich so von der Gottheit Inari einen besonderen Dienst erhoffen. Meist geht es dabei um geschäftlichen Erfolg, sodass es nicht verwundert, dass die meisten der torii mit den Namen japanischer Unternehmen versehen sind. Die Kosten für so ein Tor werden immer mal wieder angepasst, aber mit mehreren hunderttausend bis zu mehr als einer Million Yen (100.000 Yen entsprechen sehr grob umgerechnet etwa 1.000 Euro) sollte man rechnen. Handlichere Versionen gibt es aber auch schon für wesentlich weniger Geld. Diese findet man dann häufig auf den o-tsuka (お塚, おつか) genannten Steinaltären, die sich ebenfalls vielerorts am Berghang finden lassen.

Diese o-tsuka sind Andachtsstätten oder Altäre für die Gottheit Inari. Sie gehen auf eine Bewegung Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Gläubige in großer Zahl unerlaubt auf dem Berg ihre eigenen Verehrungsstätten schufen. Als die Priester des Schreins diese Tätigkeiten auch mit Verboten nicht unterbinden konnten, bildeten sie Organisationen, die Grundstücke auf dem Berg zum Aufstellen der o-tsuka verpachteten. Damit konnte deren Ausbreitung besser gesteuert werden, sodass sich die kleinen Andachtsstätten nun überall in Wegnähe finden lassen, wenn man den Berg besteigt, auf dem der Schrein erbaut wurde. Neben kleinen torii finden sich bei vielen der o-tsuka auch kleinere Fuchsstatuen – es lohnt sich, die zahlreichen unterschiedlichen Figuren zu betrachten und zu vergleichen!

Statue von Fuchs

Ein Geheimtipp

Wie du siehst, gibt es im Fushimi Inari Schrein einige Dinge zu entdecken. Einen ganz besonderen Tipp möchten wir dir aber noch mit auf den Weg geben, damit du noch einmal eine ganz andere Erfahrung mitnehmen kannst: Besuche den Schrein nach Einbruch der Dunkelheit!

Der Schrein wird nämlich nach Einbruch der Dunkelheit nicht abgesperrt und kann so völlig problemlos auch in den späteren Abendstunden besucht werden. Die spärliche Beleuchtung des Geländes, gerade am Berganstieg, und die Menschenleere sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre, die im Touristentrubel am Tag nicht erfahrbar ist. Nur zu empfänglich für Geistergeschichten solltest du vielleicht nicht sein. Oben auf dem Bergrücken belohnen dich dann tolle Ausblicke auf das nächtlich beleuchtete Kyōto. Es empfiehlt sich aber, vorher im 100 Yen-Shop eine Taschenlampe zu besorgen und auch ein wenig Verpflegung mitzunehmen, da die Lokale auf dem Gelände zu später Stunde nicht mehr geöffnet haben. Viel Spaß bei deinem Besuch im Fushimi Inari Schrein!