Du kommst nach einem langen, anstrengenden Tag nach Hause und willst nur noch eins: Ein heißes Bad nehmen und entspannen. Aber halt – das ist einfacher gesagt als getan, wenn es sich dabei um eine japanische Badewanne handelt!

Zunächst einmal unterscheidet sich die japanische Badewanne (お風呂, ofuro) optisch von den im Westen üblichen Wannen. Sie ist normalerweise tiefer und kürzer, so dass man sich zwar nicht hinlegen, aber trotzdem den ganzen Körper ins Wasser eintauchen kann. Der andere große Unterschied ist die Gebrauchsweise. Früher war es üblich, das Badewasser mit der gesamten Familie zu teilen – in Japan ist das auch heutzutage noch oft der Fall, aber doch etwas anders, als man erwartet. Letztendlich ist es sehr ähnlich zur der Vorgehensweise bei einem Besuch im onsen oder sento: bevor man in eine japanische Badewanne geht, muss man sich zunächst erst einmal komplett waschen. Das heißt also geduscht und gewaschen wird außerhalb der Badewanne, die anschließend nur für Wärme und Entspannung genutzt wird. So ist es auch nur halb so schlimm, sich das Badewasser mit anderen teilen zu müssen.

Mit der Technik zurechtkommen

Auch wenn es nur eine Badewanne ist, die vielen verschiedenen Knöpfe können manchmal etwas verwirrend sein.

So wie die Tradition des Badens jahrelang weitegeführt wurde und weil Japan einfach Japan ist, so wurde auch die Technologie der modernen ofuro für ein perfektes Badeerlebnis optimiert.

Wer schon mal in einem japanischen Badezimmer war, dem wird aufgefallen sein, dass es sich eher um einen kleinen Nassraum handelt und sich an der Wand ein Bedienfeld befindet. Damit lässt sich eine Vielzahl von Funktionen im Badezimmer steuern, um das Beste aus Dusche und vor allem Badewanne herauszuholen.

入/切 (Ein/Aus) – Das Wichtigste zuerst: Der Ein- und Ausschalter.

シャワー (Dusche) – Dann musst du, wie bereits erwähnt, erst einmal duschen. Überprüfe zunächst die eingestellte Temperatur auf dem Display und passe sie gegebenenfalls am Bedienfeld an.

追いだき (Aufwärmen) – Da das Badewasser einer japanischen Badewanne üblicherweise mehrmals genutzt wird, gibt es die Funktion zum wieder aufwärmen des Wassers. Das kann zwar ein wenig dauern, gibt einem aber die Möglichkeit bereits vollständig abgekühltes Wasser auch nach längerer Zeit noch einmal wiederzuverwenden.

ふろ温度 / 湯量 (Wassertemperatur/-menge) – Wenn noch kein Wasser in der Wanne ist, musst du natürlich zunächst Wassertemperatur und Wassermenge bestimmen. Sobald man einmal die richtigen Knöpfe gefunden hat, ist die Auswahl auf dem kleinen Display normalerweise leicht verständlich.

ふろ自動 (Automatisches Bad) – Wenn du dir unsicher bist, kannst du einfach die automatische Standardfunktion wählen, die dann die ganze Arbeit für dich übernimmt.

予約 (Timer) – Oder wenn du einen langen Tag vor dir hast, kannst du den Timer benutzen, damit bei deiner Heimkehr am Ende des Tages ein heißes Bad auf dich wartet.

呼び出し (Notruf) – Zu guter Letzt der Knopf, den du wahrscheinlich nicht drücken wirst: der Notruf. Mit dem kannst du in Falle eines Problems Hilfe anfordern, wobei häufig der Gebäudemanager angerufen wird. Er ist nur für Notfälle und wahrscheinlich eher für ältere Menschen gedacht, die eventuell Schwierigkeiten haben könnten. Versuch es also zu vermeiden diesen Knopf zu drücken.

All diese Funktionen haben wir auch noch einmal in einer praktischen Infografik zusammengefasst, damit du ohne Schwierigkeiten ein entspanntes Bad in deiner japanischen Badewanne nehmen kannst.

Japanische Badewanne

Jetzt musst du dich nur noch zurücklehnen und dein heißes Bad genießen.

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