Jeder kennt es: das weltberühmte Animationsstudio K.K. Studio Ghibli (株式会社スタジオジブリ, kabushiki-gaisha sutajio jiburi), Schöpfer vieler berühmter Zeichentrickfilme wie „Mein Nachbar Totoro“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das wandelnde Schloss“. Aber wie gut kennst du dich mit der Geschichte, die hinter dem Animationsstudio Ghibli steckt, und seinen Gründern aus?

Geschichte

Zwei der Gründer des Animationsstudios Ghibli, Hayao Miyazaki und Isao Takahata, arbeiteten zunächst bei dem Zeichentrickstudio „Tokuma Shoten“, wo sie Toshio Suzuki kennenlernten. Dort verfilmte Miyazaki dann im Jahr 1984 seinen Manga „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ und der Erfolg des Films ermöglichte ihm die anschließende Gründung des Studio Ghibli im Juni 1985. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Miyazaki und seine Kollegen Takahata und Suzuki sowie Yasuyoshi Tokuma, der Gründer von „Tokuma Shoten“. Ebenfalls nennenswert ist Joe Hisaishi, der einen Großteil der Filmmusik der Ghibli Filme komponierte.
Eine Besonderheit am Studio Ghibli ist die Verwendung klassischer Animationstechniken; Computeranimationen werden eher selten genutzt.

Im Jahr 1986 erschien dann „Das wandelnde Schloss“ als der erste Film des Animationsstudio Ghibli. Zwei Jahre später wurde „Mein Nachbar Totoro“ veröffentlicht, welcher vor allem in Japan sehr erfolgreich war, genauso wie „Kikis kleiner Lieferservice“ ein Jahr später. Der Charakter „Totoro“ ist seit dem Erfolg des Films auf dem Logo des Studios zu sehen.

1996 begann eine Zusammenarbeit mit Walt Disney in den Bereichen Übersetzung und Vermarktung der Ghibli Filme. Hierbei war es dem Studio wichtig, dass an den Filmen bis auf die Namen keinerlei Veränderungen und Schnitte vorgenommen werden. 
International bekannt wurde das Studio Ghibli 1997 mit „Prinzessin Mononoke“, wobei „Chihiros Reise ins Zauberland“ 2001 für den weltweiten Durchbruch sorgte, auch in Deutschland. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen und galt bis vor kurzem noch als der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten.

Miyazaki beim Zeichnen

Namensherkunft

Hayao Miyazaki entwickelte durch die Arbeit seines Vaters und seines Onkels, der Herstellung von Flugzeugkomponenten, ein Interesse für die Luftfahrt. Der Name des Animationsstudios Ghibli leitet sich von dem Namen eines italienischen Flugzeugs ab, der „Caproni Ca.309 Ghibli“. Der Begriff „Ghibli“ ist arabischen Ursprungs und bezeichnet einen heißen Wüstenwind; Miyazaki wollte damit seine Intention, „frischen Wind in die Animeindustrie reinzubringen“, verdeutlichen. 
Miyazakis Interesse am Fliegen spiegelt sich auch in seinen Werken wieder: In fast allen seiner Filme kommen verschiedene Flugobjekte vor.

Ghibli Museum

Das Studio Ghibli Museum (三鷹の森ジブリ美術館, mitaka no mori jiburi bijutsukan) wurde im Jahr 2001 im Inokashira Park in Mikata eröffnet. 1998 begannen die Planungen und zwei Jahre später die Bauarbeiten. Das Design wurde inspiriert von europäischen Künstlern wie Friedensreich Hundertwasser und ähnelt der Architektur des italienischen Dorfs Calcata; die einzigartige Gestaltung des Museums soll die verschiedenen, sonderbaren Gebäude aus Miyazakis Filmen wiederspiegeln.

In den verschiedenen Ausstellungen werden die Geschichte der Animation sowie der Entstehungsprozess eines Animationsfilms gezeigt, einschließlich einiger originalen Skizzen, Drehbücher, etc. 
Außerdem hat man die Möglichkeit, einen der speziellen Ghibli Kurzfilm zu sehen, die ausschließlich im Museum gezeigt werden.

Auf dem Dach des Gebäudes gibt es einen Garten mit einer fünf Meter großen Bronzestatue des Roboters aus „Das Schloss im Himmel“ und „Lupin III“, hergestellt von dem Künstler Kunio Shachimaru.
 Das Highlight aller Kinder findet man im „Cat Bus Room“: Hier steht ein riesiger, plüschiger Katzenbus aus dem Film „Mein Nachbar Totoro“.

Des Weiteren gibt es in dem Museum ein Restaurant, eine Bücherei und natürlich einen Souvenirladen. Tickets für das Museum müssen vorbestellt werden, im Ausland geht das frühestens drei Monate und in Japan frühestens einen Monat vorher.

Szene aus einem Ghibli-Film

Themen

Was unter anderem sehr geschätzt wird an Ghibli Filmen, sind die Gesellschaftskritik und die umfangreichen Themen, die behandelt werden. Sie beinhalten zum Beispiel oft das Thema Umwelt, der korrekte Umgang mit Ressourcen und die Harmonie von Mensch und Natur. Außerdem gibt es einige Filme mit weiblichen Helden, was vor allem zur Anfangszeit des Animationsstudio Ghibli eher ungewöhnlich war. Weitere Themen sind Pazifismus, Kraft der Liebe und Kritik an der Konsumgesellschaft.

Wenn du dich für das Animationsstudio Ghibli und seine Werke interessierst, dann hast du in Japan zahlreiche Möglichkeiten deinem Interesse nachzugehen. Angefangen bei Themen-Cafés bis zum Ghibli-Museum. Warum kommst du also nicht einmal nach Japan und siehst dir alles an?

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