{"id":31640,"date":"2018-03-17T16:00:14","date_gmt":"2018-03-17T16:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/gogonihon.com\/?p=31640"},"modified":"2023-06-22T12:59:39","modified_gmt":"2023-06-22T12:59:39","slug":"shinto-schreine-in-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/shinto-schreine-in-japan\/","title":{"rendered":"Shint\u014d Schreine in Japan: Ein kleines Lexikon"},"content":{"rendered":"<p>Shint\u014d und Buddhismus sind die zwei verbreitetsten Religionen Japans. W\u00e4hrend der Shintoismus tief in der japanischen Geschichte und Kultur verwurzelt ist, wurde der Buddhismus im 6. Jh. aus China \u201eimportiert\u201c. Seitdem sind beide Glaubensrichtungen fester Bestandteil vieler japanischer Traditionen, jedoch findet hier im Gegensatz zu westlichen Religionen oft keine strikte Trennung statt. Um ein wenig mehr \u00fcber den Shintoismus zu lernen, wollen wir euch heute erkl\u00e4ren, welche Rituale man befolgen sollte, wenn man Shint\u014d Schreine in Japan besucht.<\/p>\n<h2><strong>Jinja <\/strong><\/h2>\n<p><em>Shint\u014d Schreine (<\/em>\u795e\u793e\u00a0<em>&#8211; Jinja) <\/em>sind Orte der Verehrung der <em>G\u00f6tter (<\/em>\u795e\u00a0<em>&#8211; Kami) <\/em>und dienen oft als Verwahrungsort von heiligen Gegenst\u00e4nden, welche der \u00d6ffentlichkeit nicht zug\u00e4nglich sind. Japaner besuchen diese Orte zu einer Vielzahl von Anl\u00e4ssen, darunter:<\/p>\n<ol>\n<li>Neujahr <em>(<\/em>\u6b63\u6708\u00a0<em>&#8211; Sh\u014dgatsu)\u2028<\/em><\/li>\n<li>Fr\u00fchlingsbeginn <em>(<\/em>\u7bc0\u5206\u00a0<em>&#8211; Setsubun)\u2028<\/em><\/li>\n<li>Fest der Kinder <em>(<\/em>\u4e03\u4e94\u4e09\u00a0<em>&#8211; Shichigosan)\u2028<\/em><\/li>\n<li>Traditionelle Hochzeiten <em>(<\/em>\u795e\u524d\u7d50\u5a5a\u00a0<em>&#8211; Shinzenkekkon)<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73915\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/chozuya.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/p>\n<h2><strong>Sanpai <\/strong><\/h2>\n<p>Sei dir bewusst, dass Shint\u014d Schreine als heilige Orte gelten. Daher wird eine entsprechend respektvolle Verhaltensweise und auch angemessene Bekleidung erwartet. Beim Betreten von speziellen Bereichen eines Tempels werden oft sogar Anz\u00fcge und Kleider getragen. Diese Form der Verehrung und des Respekts wird in Japan als <em>Sanpai <\/em>(\u53c2\u62dd ) bezeichnet.<\/p>\n<h2><strong>Torii <\/strong><\/h2>\n<p>Als <em>Torii <\/em>(\u9ce5\u5c45) bezeichnet man die gro\u00dfen Tore, welche meist den Eingang vieler Shint\u014d Schreine markieren. Sie trennen diese heiligen Orte vom Rest der Gesellschaft, daher verbeuge dich vor ihnen bevor du das Gel\u00e4nde betrittst und wiederum nachdem du es verlassen hast.<\/p>\n<h2><strong>Sand\u014d<\/strong><\/h2>\n<p><strong>\u2028<\/strong>Der <em>\u201eWeg des Besuchs\u201c<\/em> (\u53c2\u9053 &#8211; Sand\u014d) verl\u00e4uft von den Eingangstoren bis hin zum eigentlichen Schrein. Da dieser Pfad im japanischen Glauben f\u00fcr die G\u00f6tter vorgesehen ist, solltest du es vermeiden, in der Mitte des Wegs zu laufen und als Zeichen des Respekts am Rand bleiben. Solltest du die Mitte \u00fcberqueren m\u00fcssen, dann senke deinen Kopf oder verbeuge dich kurz in Richtung des Altars.<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73895\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/omikuji.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/h2>\n<h2><strong>Omikuji <\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/omikuji-in-japan\/\"><em>Omikuji<\/em><\/a> (\u5fa1\u795e\u7c64) sind kleine Papierstreifen, welche \u00e4hnlich wie ein Horoskop pers\u00f6nliche Zukunftsvorhersagen treffen. Sie kosten meist zwischen 100 und 200 Yen und kommen aus Automaten oder traditionelleren Vorrichtungen. Jedes Omikuji f\u00e4llt dabei in der Regel in eine von f\u00fcnf Kategorien, welche von gro\u00dfem Gl\u00fcck\u00a0(\u5927\u5409 \u00a0&#8211; Daikichi) \u00fcber Gl\u00fcck<em> (<\/em>\u5409\u00a0<em>&#8211; Kichi)<\/em>, mittleres Gl\u00fcck<em> (<\/em>\u4e2d\u5409\u00a0<em>&#8211; Ch\u016bkichi)<\/em>, <em>kleines Gl\u00fcck (<\/em>\u5c0f\u5409\u00a0<em>&#8211; Sh\u014dkichi) <\/em>bis hin zu Pech (\u51f6\u00a0<em>&#8211; Ky\u014d) <\/em>reichen. Gl\u00fccksbringende Omikuji werden meist mit nach Hause genommen, w\u00e4hrend unerw\u00fcnschte an eine daf\u00fcr vorgesehene Stelle auf dem Gel\u00e4nde der Shint\u014d Schreine angeknotet werden, in dem Versuch, das damit verbundene Pech loszuwerden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73905\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/omamori.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/p>\n<h2><strong>Omamori <\/strong><\/h2>\n<p><em>Omamori <\/em>(\u5fa1\u5b88\u308a) sind kleine Stoffbeutel, welche ihrem Tr\u00e4ger in den verschiedensten Wegen Gl\u00fcck bringen sollen, z.B. im Liebesleben, der Arbeitswelt oder im Stra\u00dfenverkehr. Sie werden meist zu Beginn des Jahres gekauft und verlieren ihre Kraft an Neujahr. Danach sollen sie nicht einfach weggeschmissen werden, sondern am besten in einem Tempel oder Schrein verbrannt werden.<\/p>\n<h2><strong>Ema<\/strong><strong>\u2028<\/strong><\/h2>\n<p><em>Ema <\/em>(\u7d75\u99ac), auch \u201ePferdebilder\u201c genannt, sind kleine Holzplaketten, auf welchen Gebete und W\u00fcnsche niedergeschrieben werden, um sie danach beim Schrein aufzuh\u00e4ngen. Auf diesem Wege sollen die G\u00f6tter eben jene Gebete erhalten und vielleicht sogar in die Tat umzusetzen.<\/p>\n<h2><strong>Ein Besuch im Schrein: Schritt f\u00fcr Schritt <\/strong><\/h2>\n<ol>\n<li>Verbeuge dich vor dem Torii, bevor du es durchschreitest und das Schreingel\u00e4nde betrittst.<\/li>\n<li>Reinige dich mit dem Wasser am\u00a0<em>Ch\u014dzuya\u00a0<\/em>(\u624b\u6c34\u820e), indem du mit dem <em>Hishaku<\/em><strong>\u00a0<\/strong>in deiner rechten Wasser \u00fcber deine Linke gie\u00dft. Wiederhole das Ganze auch mit der anderen Hand \u2028und f\u00fclle danach etwas Wasser in deine linke Hand und f\u00fchre sie zu deinem Mund, um auch diesen zu reinigen. Richte den Hishaku danach senkrecht auf, damit das restliche Wasser abflie\u00dfen kann und lege ihn mit der \u00d6ffnung nach unten zur\u00fcck.<\/li>\n<li>Laufe am Rand des Sand\u014d zum Altar.<\/li>\n<li>Verbeuge dich vor dem <em>Saisenbako <\/em>(\u8cfd\u92ad\u7bb1) und werfe \u2028sanft eine M\u00fcnze hinein. Du kannst selber entscheiden, welche M\u00fcnze du benutzt, jedoch hei\u00dft es, dass 10 Yen und 500 Yen M\u00fcnzen Pech und 5 Yen M\u00fcnzen Gl\u00fcck bringen sollen, da <em>5 Yen <\/em>(\u4e94\u5186 &#8211;\u00a0<em>Goen<\/em>) und <em>Schicksal (<\/em>\u3054\u7e01\u00a0<em>&#8211; Goen) <\/em>im Japanischen sehr \u00e4hnlich klingen. Solltest du Scheine verwenden, achte darauf, dass sie neu sind und packe sie in einen Umschlag mit deinem Namen und deiner Adresse.<\/li>\n<li>Falls vorhanden, l\u00e4ute die Glocke, um D\u00e4monen zu vertreiben.<\/li>\n<li><em>\u201eZweimal verbeugen, zweimal klatschen, beten und einmal verbeugen.\u201c (<\/em>\u4e8c\u793c\u4e8c\u62cd\u624b\u4e00\u793c\u00a0<em>&#8211; Nireinihakushuichirei) <\/em>im Japanischen. Diese \u201eKurzanleitung\u201c umfasst alle Schritte, welche du vor dem Altar befolgen solltest: Verbeuge dich zweimal tief, hebe deine H\u00e4nde wie beim Beten vor deine Brust und klatsche zweimal. Behalte deine H\u00e4nde danach in dieser Position und bete still vor dich hin. Zuletzt lasse deine H\u00e4nde sinken und verbeuge dich erneut tief.<\/li>\n<li>Erkunde den Rest des Schreingel\u00e4ndes oder kaufe einen Gl\u00fccksbringer, vergiss nur nicht die Verbeugung nach dem Durchschreiten des Torii.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shint\u014d und Buddhismus sind die zwei verbreitetsten Religionen Japans. W\u00e4hrend der Shintoismus tief in der japanischen Geschichte und Kultur verwurzelt ist, wurde der Buddhismus im 6. Jh. aus China \u201eimportiert\u201c. Seitdem sind beide Glaubensrichtungen fester Bestandteil vieler japanischer Traditionen, jedoch findet hier im Gegensatz zu westlichen Religionen oft keine strikte Trennung statt. 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