{"id":31633,"date":"2018-03-31T16:00:45","date_gmt":"2018-03-31T07:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gogonihon.com\/?p=31633"},"modified":"2023-06-22T12:59:09","modified_gmt":"2023-06-22T12:59:09","slug":"die-welt-der-japanischen-geisha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/die-welt-der-japanischen-geisha\/","title":{"rendered":"Ein Blick in die Welt der japanischen Geisha und Maiko"},"content":{"rendered":"<p>Um die Gestalt der japanischen Geisha ranken sich noch heute die verschiedensten Erz\u00e4hlungen. Wir werfen hier einen Blick auf die Person an sich sowie ihr Rolle in der Geschichte Japans und der heutigen Zeit.<\/p>\n<h2><strong>Was ist eine Geisha eigentlich?<\/strong><\/h2>\n<p>Der Begriff Geisha (\u82b8\u8005) besteht aus den japanischen W\u00f6rtern f\u00fcr Kunst (\u82b8) und Person (\u8005). Eine Geisha ist demnach eine Person der K\u00fcnste, was eigentlich auch schon beschreibt, was sie macht. Mit der Darbietung japanischer K\u00fcnste versucht eine Geisha ihre G\u00e4ste zu unterhalten. Dazu z\u00e4hlt nicht nur das Beherrschen japanischer Musikinstrumente wie Shamisen, Koto und <em>Tsuzumi<\/em>, sondern auch Tanz und Gesang sowie die Durchf\u00fchrung einer traditionellen Teezeremonie. Zudem sind Geisha Meisterinnen in der Kunst der Konversation und wissen mit ihren G\u00e4sten geistreiche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Sie sollen anmutig und charmant, aber auch sehr gebildet wirken, und kennen sich nat\u00fcrlich mit den Regeln der Etikette bestens aus.<\/p>\n<p>Vor allem im westlichen Teil Japans, was Kyoto und Kanazawa betrifft, werden Geishas meist als <em>Geiko<\/em> (\u82b8\u5b50) bezeichnet. Ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang oft genannt wird, ist <em>Maiko<\/em> (\u821e\u5b50). Als tanzendes M\u00e4dchen werden hiermit die Geishas in Ausbildung bezeichnet. Nat\u00fcrlich gibt es auch f\u00fcr diese mehrere Begriffe, aber Maiko ist davon der gel\u00e4ufigste.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-70659\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Geisha-at-Yasaka-Koshindo.png\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/p>\n<h2><strong>Geisha in der japanischen Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p>Schaut man zur\u00fcck in die japanische Geschichte, wird man feststellen, dass die ersten Geishas M\u00e4nner waren. Diese Personen der K\u00fcnste wurden allerdings nach und nach durch Frauen ersetzt und entwickelten sich aus den sogenannten <em>\u201etanzenden M\u00e4dchen\u201c <\/em>(\u8e0a\u308a\u5b50), die bereits in jungen Jahren gegen Bezahlung mit T\u00e4nzen unterhielten. Auch in Japans Freudenvierteln waren die Auftritte von Geisha gefragt, allerdings nicht im erotischen Bereich, sondern ebenfalls als Unterhalterin bei n\u00e4chtlichen Veranstaltungen und Festessen. Ein erotisches Auftreten war den Geisha sogar untersagt, damit sie nicht mit den Prostituierten in Konkurrenz traten.<\/p>\n<p>Ihre Bl\u00fctezeit hatten japanische Geishas im 18. und 19. Jahrhundert. Sie waren als Entertainerinnen bei Abendessen sehr beliebt und zu Spitzenzeiten gab es in ganz Japan etwa 80.000 von ihnen. Die meisten lebten in bestimmten Vierteln, den <em>Hanamachi<\/em>, in den verschiedenen St\u00e4dten. Noch heute ist Gion in Kyoto daf\u00fcr am bekanntesten. In Tokyo sind es Shimbashi, Asakusa und Kagurazaka.<\/p>\n<p>Der Einfluss des Westens, die Meiji-Restauration und vor allem der Zweite Weltkrieg wirkten sich negativ auf die Welt der Geisha aus. Viele Geisha-H\u00e4user er\u00f6ffneten nach dem Krieg nicht wieder, und die, die es taten, fanden sich in einem Nachkriegsjapan wieder, dass kein Geld aber auch nicht mehr die Zeit f\u00fcr diese K\u00fcnste hatte. Dadurch ging die Zahl der japanischen Geishas dramatisch zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-70649\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Geisha-hairstyle.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/p>\n<h2><strong>Geisha in der heutigen Zeit <\/strong><\/h2>\n<p>Heutzutage arbeiten noch etwa 1.000 bis 2.000 Frauen in diesem Beruf und sind vorwiegend in Teeh\u00e4usern oder in exklusiven japanischen Restaurants zu finden. Sie sind immer noch die Bewahrerinnen der traditionellen K\u00fcnste, entwickeln sich aber auch immer mehr zu eifrigen Gesch\u00e4ftsfrauen. Ihre Ausbildung fangen die meisten jungen Frauen nach der Mittel- oder Oberschule an und starten so erst im Erwachsenenalter in das Leben einer Geisha. Einige berichten sogar im Internet \u00fcber ihren Alltag. Auch nicht-japanische Geishas wurden inzwischen anerkannt.<\/p>\n<p>Das Buchen einer Geisha f\u00fcr eine Party oder Veranstaltung ist meist eine teure Angelegenheit und so bleibt es vielen verwehrt ihre K\u00fcnste zu erleben. Mit etwas Gl\u00fcck kann man sie aber auch bei Auftritten zu japanischen Festen oder bei besonderen Shows finden. Eine M\u00f6glichkeit bietet das Gion Corner in Kyoto, das einen Maiko- und Geiko-Tanz im Programm hat.<\/p>\n<p><em>Kleiner Hinweis zum Schluss: <\/em>Wenn du auf den Stra\u00dfen von Kyoto denkst, dort laufen viele Maikos und Geishas herum \u2013 sei dir bewusst, dass 90 % davon nur Touristen sind, die sich so einkleiden lassen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Gestalt der japanischen Geisha ranken sich noch heute die verschiedensten Erz\u00e4hlungen. Wir werfen hier einen Blick auf die Person an sich sowie ihr Rolle in der Geschichte Japans und der heutigen Zeit. Was ist eine Geisha eigentlich? Der Begriff Geisha (\u82b8\u8005) besteht aus den japanischen W\u00f6rtern f\u00fcr Kunst (\u82b8) und Person (\u8005). 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