{"id":31624,"date":"2018-04-18T16:00:41","date_gmt":"2018-04-18T07:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gogonihon.com\/?p=31624"},"modified":"2023-06-22T12:50:40","modified_gmt":"2023-06-22T12:50:40","slug":"ganbaru-sich-anstrengen-auf-japanisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/ganbaru-sich-anstrengen-auf-japanisch\/","title":{"rendered":"Ganbaru \u2013 Sich anstrengen auf Japanisch"},"content":{"rendered":"<p>Wann immer du in Japan unterwegs bist, wirst du auf das Verb <em>ganbaru<\/em> (\u9811\u5f35\u308b) und damit gebildete japanische Ausdr\u00fccke sto\u00dfen. Grunds\u00e4tzlich bedeutet <em>ganbaru <\/em>(h\u00e4ufig auch als <em>gambaru <\/em>umgeschrieben) so viel wie \u201esein Bestes geben\u201c, \u201esich bem\u00fchen\u201c und \u201enicht aufgeben\u201c. Damit geh\u00f6rt dieses Verb zu den Begriffen, die man schon fr\u00fch in seinen Japanischlehrb\u00fcchern oder -Sprachkursen beigebracht bekommt. Ein paar der wichtigsten Anwendungen werden wir dir in diesem Artikel vorstellen. Dabei werden wir dir auch die Nuancen vorstellen, die im Begriff <em>ganbaru <\/em>enthalten sind und dir so auch einen Einblick in den kulturellen Hintergrund dieses Wortes geben.<\/p>\n<p><em>Shigoto ganbatte <\/em>(\u4ed5\u4e8b\u9811\u5f35\u3063\u3066)! \u2013 \u201eGib auf der Arbeit dein Bestes!\u201c (Quelle: eikaiwa- highway)<\/p>\n<h2><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73868\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/manekineko.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/h2>\n<h2><strong><em>Ganbatte <\/em><\/strong><strong>(<\/strong>\u9811\u5f35\u3063\u3066<strong>) <\/strong><\/h2>\n<p>Unser erstes Verwendungsbeispiel ist der Ausdruck <em>ganbatte <\/em>oder <em>ganbatte kudasai <\/em>(\u9811\u5f35\u3063\u3066\u304f\u3060 \u3055\u3044). Mit dieser japanischen Formulierung m\u00f6chte man sein Gegen\u00fcber ermuntern, sich bei einer Schwierigkeit, einer bevorstehenden Aufgabe oder \u00c4hnlichem anzustrengen und nicht aufzugeben. <em>Ganbatte kudasai<\/em> ist dabei die h\u00f6flichere Variante, wird aber unter Freunden oder guten Kollegen h\u00e4ufig zu <em>ganbatte <\/em>abgek\u00fcrzt. Eine \u00fcbliche Anwendungsm\u00f6glichkeit ist beispielsweise die Folgende:<\/p>\n<p>A: <em>Ashita kara atarashii shigoto ga hajimarun da. <\/em>( \u660e\u65e5\u304b\u3089\u65b0\u3057\u3044\u4ed5\u4e8b\u304c\u59cb\u307e\u308b\u3093\u3060\u3002) B: <em>S<\/em><em>\u014d <\/em><em>nanda. Ganbattene! <\/em>(\u305d\u3046\u306a\u3093\u3060\u3002\u304c\u3093\u3070\u3063\u3066\u306d!)<\/p>\n<p>A: Morgen beginne ich einen neuen Job. B: Ach so! Gib dein Bestes\/Streng dich an!<\/p>\n<h2><strong><em>Ganbare <\/em><\/strong><strong>(<\/strong>\u9811\u5f35\u308c<strong>) <\/strong><\/h2>\n<p>Eine zweite n\u00fctzliche und oft zu h\u00f6rende Verwendung von <em>ganbaru <\/em>im Japanischen ist <em>ganbare<\/em>. Auch dabei handelt es sich um eine Aufforderung, sich anzustrengen. Allerdings stellt <em>ganbare <\/em>den Imperativ dar, die Befehlsform, und ist somit eine st\u00e4rkere Formulierung als <em>ganbatte<\/em>. Daher wird der Begriff h\u00e4ufig von Trainern benutzt, um zum Beispiel Sportler oder Sportmannschaften zu motivieren und anzufeuern. In Stadien und bei Sportfesten findet man so oft Banner mit diesem Ausdruck.<\/p>\n<h2><strong><em>Ganbaranakya <\/em><\/strong><strong>(<\/strong>\u9811\u5f35\u3089\u306a\u304d\u3083<strong>) <\/strong><\/h2>\n<p>Beim n\u00e4chsten Beispiel handelt es um eine Verwendung, um eine Notwendigkeit zu beschreiben, sich anzustrengen oder nicht aufzugeben. Dabei gibt es keine sinnvolle Alternative zur Handlung, die durch <em>ganbaranakya <\/em>markiert wird. Zum Beispiel k\u00f6nnte man sagen \u201e<em>Eigo ganbaranakya<\/em>\u201c (\u82f1\u8a9e\u9811\u5f35 \u3089\u306a\u304d\u3083), um auszudr\u00fccken, dass es heutzutage notwendig ist, Englisch zu k\u00f6nnen und man sich daher beim Lernen bem\u00fchen muss. Dieser Ausdruck wird im Gegensatz zu den vorhergegangenen beiden Begriffen vor allem f\u00fcr sich selbst verwendet und nicht, um andere zu ermuntern.<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-73858\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ganbatte.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/h2>\n<h2><strong><em>Ganbar\u014d <\/em><\/strong><strong>(<\/strong>\u9811\u5f35\u308d\u3046, \u304c\u3093\u3070\u308d\u3046<strong>) <\/strong><\/h2>\n<p>Als letztes Beispiel haben wir den Begriff <em>ganbar\u014d <\/em>(bzw. h\u00f6flicher: <em>ganbarimash\u014d <\/em>(\u9811\u5f35\u308a\u307e\u3057\u3087\u3046) ausgew\u00e4hlt. Ziel dieses Ausdrucks ist man <strong>s<\/strong>elbst, bzw. die Gruppe der man angeh\u00f6rt. \u00dcbersetzt w\u00fcrde er etwa \u201eLasst uns (bei xyz) unser Bestes geben!\u201c lauten. Diese Variante von <em>ganbaru <\/em>wird im Japanischen verwendet, um sich selbst zu ermutigen, sich anzustrengen und nicht aufzugeben. Erwartungsgem\u00e4\u00df wird dieser Ausdruck h\u00e4ufig innerhalb von Sportteams, Musikgruppen oder \u00c4hnlichem verwendet. Aber grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich <em>ganbar\u014d <\/em>von jeder Gruppe Menschen verwenden, die zusammen eine Schwierigkeit zu l\u00f6sen haben.<\/p>\n<p><em>\u201eLasst uns unser Bestes geben und nicht aufgeben! (Einwohner von) Ishinomaki.\u201c Dieses Schild findet sich in der 2011 vom Tsunami verw\u00fcsteten Stadt Ishinomaki <\/em>(Quelle: Autor)<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chten wir in den zweiten Teil des Artikels einsteigen und einen Blick auf die Nuancen des Begriffs <em>ganbaru <\/em>im Japanischen werfen. Du hast nun bereits ein paar Anwendungsm\u00f6glichkeiten kennengelernt. Doch in diesen unterschiedlichen Verwendungen finden sich auch Feinheiten, die bei reinen \u00dcbersetzungen verloren gehen. Dabei sollte man zun\u00e4chst einen Blick auf die Schriftzeichen werfen, aus welchen sich das Verb zusammensetzt: <em>gan <\/em>(\u9811, \u304c\u3093), welches in Worten wie Ausdauer, gro\u00dfe St\u00e4rke und Unnachgiebigkeit genutzt wird, und <em>haru <\/em>(\u5f35\u308b), welches unter anderem Aufrichten bedeutet. Aus den Bedeutungen der einzelnen Teile erkennt man so bereits, dass <em>ganbaru <\/em>mehr enth\u00e4lt, als die \u00dcbersetzungen aus dem Japanischen es erahnen lassen.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich der Ausspruch \u201e<em>Ganbare higashi-nihon!<\/em>\u201c (\u304c\u3093\u3070\u308c\u6771\u65e5\u672c), der nach der Dreifachkatastrophe von 2011 in aller Munde war, zwar schlicht als \u201eGib nicht auf, Ostjapan!\u201c \u00fcbersetzen. Aber gleichzeitig fehlen dabei Implikationen, wie die Ermutigung, die schrecklichen Folgen der Katastrophe zu \u00fcberwinden. Alle Kr\u00e4fte aufzubringen, auch wenn man den Mut verloren haben mag. Sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn es noch so schwer ist. Die eigenen Kr\u00e4fte zu mobilisieren und nicht nur auf Hilfe von au\u00dfen vertrauen. All dies und mehr schwingt bei diesem Ausspruch mit.<\/p>\n<p>Die Kehrseite ist jedoch die Implikation, dass sich jede Schwierigkeit \u00fcberwinden l\u00e4sst, wenn man sich nur genug anstrengt. In der Konsequenz bedeutet jeder Fehlschlag dann, dass man sich nicht genug angestrengt haben muss. Man muss sich dann beim n\u00e4chsten Mal einfach mehr anstrengen und dann wird schon ein besseres Ergebnis entstehen. Diese Argumentationskette sorgt daf\u00fcr, dass systemische Probleme in Japan oft nicht konsequent angegangen werden. Oder das z.B. Personen mit psychologischen Erkrankungen es h\u00e4ufig schwer haben, akzeptiert zu werden.<\/p>\n<p>Mit diesem kleinen Einblick in die Nuancen und kulturellen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen des Begriffs <em>ganbaru<\/em> im Japanischen w\u00fcrden wir diesen Artikel abschlie\u00dfen. Viel Erfolg bei der Verwendung der verschiedenen Formen des Verbes in Japan \u2013 <em>ganbatte<\/em>!<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann immer du in Japan unterwegs bist, wirst du auf das Verb ganbaru (\u9811\u5f35\u308b) und damit gebildete japanische Ausdr\u00fccke sto\u00dfen. Grunds\u00e4tzlich bedeutet ganbaru (h\u00e4ufig auch als gambaru umgeschrieben) so viel wie \u201esein Bestes geben\u201c, \u201esich bem\u00fchen\u201c und \u201enicht aufgeben\u201c. 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