{"id":31461,"date":"2018-11-28T16:00:11","date_gmt":"2018-11-28T16:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/gogonihon.com\/?p=31461"},"modified":"2023-06-22T13:06:15","modified_gmt":"2023-06-22T13:06:15","slug":"geschichte-des-manga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/geschichte-des-manga\/","title":{"rendered":"Die faszinierende Geschichte des Manga"},"content":{"rendered":"<p>One Piece, Dragon Ball, Naruto, Detektiv Conan&#8230; diese <em>Manga<\/em> (\u6f2b\u753b) sind weltweit bekannt und haben den japanischen Gegenst\u00fcck der europ\u00e4ischen und amerikanischen Comics weltweite Bekanntheit eingebracht. Japanische Manga haben einen ganz eigenen visuellen Stil, der sie deutlich erkennbar macht, und sind seit Generationen Lesefutter f\u00fcr Jung und Alt in Japan. Wir wollen heute einen Blick auf die Geschichte des Manga werfen und schauen, wo die Wurzeln dieser Kunstform liegen.<\/p>\n<h2><strong>Der Ursprung des Manga<\/strong><\/h2>\n<p>Die Geschichte des Manga ist eng mit der japanischen Kunstgeschichte verbunden. Denn auch wenn die uns heute so gel\u00e4ufigen Formen des Manga sich erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten, liegen die Urspr\u00fcnge viel weiter zur\u00fcck. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir ins 13. Jahrhundert reisen, als das\u00a0<em>Ch\u014dju-giga<\/em> (\u9ce5\u7363\u622f\u753b) geschaffen wurde.<\/p>\n<p>Darin finden sich Szenen mit Tieren, die durch die dicken, dynamischen Pinselstriche so aussehen, als w\u00fcrden sie sich bewegen. Was damals noch eine Neuheit war geh\u00f6rt heute zu den festen Eigenschaften des japanischen Manga. Der Durchbruch dieser Zeichentechnik gelang aber erst in der Edo-Zeit\u00a0(1603-1868)\u00a0 durch<em> toba-e<\/em> (\u9ce5\u7fbd\u7d75)-Zeichner. In dieser, der Karikatur nicht un\u00e4hnlichen, Zeichentechnik wurde ebenso wert auf dynamische Bilder gelegt, sodass die Techniken aus dem 13. Jahrhundert nun verbreitet Anwendung fanden.<\/p>\n<p>In dieser Zeit tauchte auch das Wort &#8222;Manga&#8220; zum ersten mal auf. So wurde die Bildsammlung\u00a0\u00a0<em>Shiji no yukikai<\/em>\u00a0von Sand\u014d Ky\u014dden in 1798 mit diesem Begriff bezeichnet. Hierin zeigte der K\u00fcnstler vielf\u00e4ltige Bilder aus dem Alltagsleben dieser Zeit. Der Begriff wurde danach weiterhin verwendet und tauchte immer mehr in Verbindung zu den sogenannten u<em>kiyo-e<\/em> (\u6d6e\u4e16\u7d75) auf, die unter anderem durch den K\u00fcnstler Hokusai Bekanntheit erlangten.<\/p>\n<h2><strong>Manga in der Moderne<\/strong><\/h2>\n<p>Im 20. Jahrhundert durchlief der Manga auch schwierige Zeiten, bevor er seinen nationalen und internationalen Siegeszug antreten konnte. So wurde auch diese Kunstform im Zweiten Weltkrieg zu Propagandazwecken missbraucht. Doch nach dem Kriegsende traten viele neue Zeichner und Verlage in Erscheinung, die damit begannen, dem Manga sein modernes Gesicht zu geben. Hierzu geh\u00f6rt vor allem Osamu Tezuka (1928-1989). Eigentlich als Arzt ausgebildet, h\u00e4ngt er 1952 seinen Job an den Nagel, um Mangas zu zeichnen. Auch heute noch wird er als Vorreiter des modernen Manga betrachtet.<\/p>\n<p>Seitdem hat sich der Manga zu einem anerkannten Kulturgut Japans entwickelt und wird auch politisch als Botschafter der Kultur des Landes verstanden. Beliebte Serien wie Dragon Ball, One Piece, GTO, Attack on Titan und viele weitere werden weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus bekannt und tragen dazu bei, das Bild Japans nach au\u00dfen positiv mitzugestalten.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-70844\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-photo-watermarking.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/p>\n<h2><strong>Eigenschaften des Manga<\/strong><\/h2>\n<p>Manga haben im Laufe der Zeit viele Merkmale entwickelt, die sie von westlichen Comics absetzen. Dazu geh\u00f6rt zun\u00e4chst einmal die gegens\u00e4tzliche Leserichtung der etwa hundert-seitigen Manga, die von rechts nach links verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Meist sind Manga in Schwarzwei\u00df gezeichnet, sodass spezielle Zeichentechniken erforderlich sind, um Charaktere und Bewegungen hervorzuheben. Zum Beispiel sind Charaktere meist detail\u00e4rmer als die Hintergr\u00fcnde vor denen sie gezeichnet sind. Der entstehende Kontrast macht sie dann sichtbarer. Wiederkehrende Zeichenelemente des Manga sind unter anderem runde Gesichter und gro\u00dfe Augen, doch die vergangenen Jahrzehnte haben eine Vielzahl am Stilen entstehen lassen, die von <em>mangaka<\/em>\u00a0<em>(\u00a0<\/em>\u6f2b\u753b\u5bb6\u00a0Manga-Zeichner<em>)<\/em> zu mangaka variieren.<\/p>\n<p>Auch die Erz\u00e4hlstruktur der Manga hat ihre Eigenheiten. Die Geschichte eines Manga ist normalerweise in Kapitel unterteilt und wird \u00fcber mehrere B\u00e4nde erz\u00e4hlt. Beliebte Manga k\u00f6nnen mehr als 50 B\u00e4nde umfassen, wie zum Beispiel die beliebte Manga-Serie Naruto, die erst nach Band 72 endete. Weniger beleibte Manga-Serien k\u00f6nnen aber auch bereits nach wenigen B\u00e4nden auslaufen. Es gibt nat\u00fcrlich auch Manga die ihre Geschichte in einzelnen B\u00e4nden komplett erz\u00e4hlen, doch das Fortsetzungsformat bestimmt die Manga-Landschaft in Japan. Viele Manga werden St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in regelm\u00e4\u00dfig erscheinenden Magazinen erz\u00e4hlt, bevor sie als eigenst\u00e4ndige B\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<h2><strong>Die K\u00fcnstler hinter den Bildern<\/strong><\/h2>\n<p>Ein mangaka ist nicht nur Zeichner seiner Werke, sondern schafft auch die Geschichte dahinter. Damit ist er Zeichner und Autor in einem und muss f\u00fcr beides Talent mitbringen. Doch Talent und Leidenschaft alleine reichen oft nicht, um den Durchbruch zu schaffen, denn die Konkurrenz ist gro\u00df. Gl\u00fcck und Ausdauer sind oft ebenso notwendig, um die Aufmerksamkeit des Redakteurs einer Manga-Zeitschrift zu erhalten.<\/p>\n<p>Hier\u00fcber erhalten Manga-Zeichner die M\u00f6glichkeit, ihre Werke zu ver\u00f6ffentlichen und bekannt zu werden. Erst wenn sie hier genug Aufmerksamkeit und Beliebtheit erlangt haben, werden ihre Werke in eigenen B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht. Anderenfalls werden die Manga wieder aus den Magazinen gestrichen und es hei\u00dft von neuem mit einem eigenen Werk zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Einige weltweit bekannte mangaka sind beispielsweise Akira Toriyama, der Sch\u00f6pfer von Dragon Ball, und Takeshi Obata, der Death Note geschaffen hat. Auch im wachsenden Bereich des Graphic Novel haben sich einige mangaka international mit ihren Manga etabliert, wie zum Beispiel Jir\u014d Taniguchi. Sein Manga Vertraute Fremde verschaffte ihm Anfang der 2000er seinen internationalen Durchbruch. Seine Werke wurden seitdem bis zu seinem Tod 2017 regelm\u00e4\u00dfig auch auf Deutsch ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-70834\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/bookstore.jpg\" alt=\"\" width=\"798\" height=\"436\" \/><\/h2>\n<h2><strong>Geschichten f\u00fcr Jung und Alt<\/strong><\/h2>\n<p>Durch ihre Beliebtheit haben Manga in Japan eine gewaltige Zielgruppe. Mit zahlreichen Genres gibt es f\u00fcr jeden etwas Interessantes zu lesen, vom Kind bis zum Gesch\u00e4ftsmann. Hier eine kleine Auswahl :<\/p>\n<ul>\n<li><em>Sh\u014djo<\/em>: dieses Genre zielt auf M\u00e4dchen und junge Frauen ab und dreht sich meist um eine Liebesgeschichte die romantische Beziehungen idealisiert.<\/li>\n<li><em>Sh\u014dnen<\/em>: im Gegensatz zum <em>sh\u014djo manga <\/em>zielt dieses Genre auf m\u00e4nnliche Teenager ab. Die Geschichten drehen sich um die Abenteuer der Protagonisten, wobei Freundschaft und Mut zentrale Motive sind.<\/li>\n<li><em>Seinen<\/em>: dieses Genre ist an eine reifere Zielgruppe gerichtet und erz\u00e4hlt tiefgr\u00fcndigere Geschichten als die Jungendgenres.<\/li>\n<li><em>Josei<\/em>: an erwachsene Frauen gerichtet erz\u00e4hlt dieses Genre Geschichten aus dem Alltag. Probleme am Arbeitsplatz und Liebesgeschichten finden sich hier wieder, aber realistischer erz\u00e4hlt als im <em>sh\u014djo manga.\u00a0<\/em><\/li>\n<li><em>Sh\u014dnen-ai<\/em>\u00a0and\u00a0<em>sh\u014djo-ai<\/em>: diese Manga thematisieren platonische gleichgeschlechtliche Beziehungen.<\/li>\n<li><em>Yaoi<\/em>\u00a0and\u00a0<em>yuri<\/em>: weniger platonisch als das vorherige Genre werden hier gleichgeschlechtliche Beziehungen thematisiert. <em>Yaoi manga<\/em> drehen sich um m\u00e4nnliche Protagonisten und <em>yuri<\/em> um ihre weiblichen Gegenparts.<\/li>\n<li><em>Hentai<\/em>: Hinter diesem Begriff verbergen sich pornographische Manga, die in Japan einen nicht unbetr\u00e4chtlichen Absatzmarkt haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vielseitigen Handlungen der Manga sind immer ein wenig von der japanischen Kultur inspiriert. Wenn du einen Einblick in den japanischen Alltag haben willst solltest du dir einfach mal in der Buchhandlung deiner Wahl einen Band g\u00f6nnen und dir ein ruhiges Pl\u00e4tzchen zum Schm\u00f6kern suchen!<\/p>\n<p>Wenn du Manga oder Anime magst, schau dir unseren <a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/en\/trips\/trip\/otaku-japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Otaku Japan Kurs<\/a> an. Es ist eine 3-w\u00f6chiger Study Trip mit Japanisch-Sprachkurs und verschiedenen Aktivit\u00e4ten f\u00fcr Japan-Geeks. Wir besuchen das Ghibli Museum und Akihabara, zusammen mit anderen coolen Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>One Piece, Dragon Ball, Naruto, Detektiv Conan&#8230; diese Manga (\u6f2b\u753b) sind weltweit bekannt und haben den japanischen Gegenst\u00fcck der europ\u00e4ischen und amerikanischen Comics weltweite Bekanntheit eingebracht. 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