{"id":31276,"date":"2020-01-26T15:00:12","date_gmt":"2020-01-26T15:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gogonihon.com\/?p=31276"},"modified":"2023-06-22T13:18:19","modified_gmt":"2023-06-22T13:18:19","slug":"nach-japan-auswandern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/nach-japan-auswandern\/","title":{"rendered":"Nach Japan auswandern: Claudias Erfahrung"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben Claudia interviewt,\u00a0Go! Go! Nihon und Yoko Lost in Japan Bloggerin. Sie ist in 2016 nach Japan ausgewandert und hat einige Tipps f\u00fcr euch, wie ihr dieses wunderbare Land genie\u00dfen k\u00f6nnt!<\/p>\n<p><em><strong>Hi Claudia, erz\u00e4hle uns bitte ein bisschen von dir selbst! Woher kommst du genau?<\/strong><\/em><br \/>Hallo, ich bin Claudia und komme aus Deutschland. Um genau zu sein, aus dem sch\u00f6nen Jena in Th\u00fcringen. Ich habe mich schon seit meiner Jugend f\u00fcr <a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/japanische-anime-und-ihre-entstehung\/\"><em>Anime<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/geschichte-des-manga\/\"><em>Manga<\/em><\/a> und dadurch dann auch f\u00fcr Japan interessiert. Im Oktober Oktober 2016 bin ich nach Japan ausgewandert und lebe nun im Gro\u00dfraum Tokyo zusammen mit meinem japanischen Ehemann und unserer Katze. Ich berichte sowohl auf meinem Blog <a href=\"https:\/\/yoko-lostinjapan.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yoko-LostinJapan.de<\/a> aber auch auf meinem Youtube-Kanal und meinen anderen Social Media Kan\u00e4len wie Twitter, Instagram und Facebook \u00fcber unser Leben.<\/p>\n<p><em><strong>Wann bist du das erste Mal nach Japan gekommen?<br \/><\/strong><\/em>Meine erste Japan-Reise war \u00fcber Neujahr 2010\/11 f\u00fcr 10 Tage. Es war meine erste Reise allein &#8211; und dann auch noch so weit weg. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich aus einem Meter Schnee in Deutschland losgeflogen bin und dann mit dem Zug durch die gr\u00fcne Landschaft von Narita nach Yokohama gefahren bin. Das war mein <strong>erster Kulturschock<\/strong>. Bei meiner ersten Reise war ich vorwiegend in Tokyo und Yokohama unterwegs, mit zwei Tagesausfl\u00fcgen nach Kamakura und Kyoto. Es war ein unvergessliches Erlebnis, das mich immer wieder in das Land kommen lassen hat.<\/p>\n<p><em><strong>Wie hast du Japanisch gelernt?<br \/><\/strong><\/em>Am Anfang habe ich versucht mir Japanisch selbst beizubringen. Das war vor \u00fcber 10 Jahren aber noch um einiges schwieriger als heutzutage. Damals hatte ich kein Smartphone, keine Sprachlern-Apps und auch im Internet war damals noch nicht allzu viel zu finden.<\/p>\n<p>Mit meinem 18. Geburtstag und der M\u00f6glichkeit \u00fcberall mit dem Auto hinfahren zu k\u00f6nnen (ich merke an, dass ich aus einem Dorf mit nicht mal 300 Einwohnern komme), habe ich einen Japanisch-Kurs an der Volkshochschule begonnen. Wir hatten einen tollen Japaner als Lehrer, allerdings war das Lerntempo mit 90 Minuten in der Woche nat\u00fcrlich recht langsam.<\/p>\n<p>Um das Sprechen und Verstehen zu \u00fcben, hatte ich ab den 3. Semester immer eine Tandem-Partnerin. Da an der Universit\u00e4t in Jena immer Austauschstudenten aus Japan waren, war das sehr praktisch. So vergingen die Jahre, aber ich bin bis heute nur etwa auf den <a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/jlpt-japanisch-prufung\/\">JLPT-Level N4~N3<\/a>.<\/p>\n<p><em><strong>Wie hast du in Japan dann weiterhin Japanisch gelernt?<br \/><\/strong><\/em>Im Herbst 2013 bin ich mit dem <a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/working-holiday-visum-fuer-japan\/\">Working Holiday Visum<\/a> f\u00fcr ein Jahr nach Japan gekommen. Zu Beginn meines Aufenthaltes habe ich mich f\u00fcr einen Monat in einer <strong>Sprachschule<\/strong> eingeschrieben, um einen guten Einstieg in mein Jahr zu haben. Es gab einen Einstufungstest und dann hatte ich jeden Nachmittag mehrere Stunden Unterricht. In der Schule wurde nur Japanisch gesprochen, was am Anfang nat\u00fcrlich schwierig war, aber am Ende hatte ich das Gef\u00fchl in dem einen Monat an der Sprachschule mehr gelernt zu haben als in den bisherigen 5 Jahren an der Volkshochschule.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-31916\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/DSC_0010b-1024x684.jpg\" alt=\"Claudia kimono\" width=\"798\" height=\"533\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Warum bist du nach Japan ausgewandert?<br \/><\/strong><\/em>Mein Interesse an Anime und Manga wich irgendwann dem Interesse an der <strong>Japanischen Musik<\/strong> und der japanischen Kultur selbst. Ich gehe gern zu Konzerten und inzwischen nutze ich meine Zeit in Japan mehr \u00fcber das Land und die Leute hier zu lernen. Ich bin sehr offen f\u00fcr die verschiedensten Dinge und so konnte ich auch schon viele kulturelle Aspekte ausprobieren. Dazu geh\u00f6ren das Tragen von <em>Kimono<\/em>, traditionelle T\u00f6pfer- und F\u00e4rbetechniken, <em>Ikebana<\/em> und viel mehr. Es gibt jede Menge zu entdecken und ich freue mich darauf. Solche Sachen kann man nat\u00fcrlich auch als Tourist machen. Warum ich nach Japan am Ende ausgewandert bin, liegt an meinem Mann. Ohne ihn h\u00e4tte ich es mich wahrscheinlich nicht getraut, diesen gro\u00dfen Schritt zu machen.<\/p>\n<p><em><strong>Bist du schon viel durch Japan gereist?\u00a0<\/strong><\/em><br \/>Ich liebe das Reisen! Inzwischen habe ich 37 der 47 Pr\u00e4fekturen in Japan besucht und mein Ziel ist es nat\u00fcrlich alle zu bereisen. In den vergangenen fast 10 Jahren habe ich zahlreiche Orte sehen k\u00f6nnen und alle sind so unterschiedlich, dass man kaum sagen kann, welcher der Beste ist. Nat\u00fcrlich ist die ber\u00fchmte goldene Route von Tokyo nach Kyoto\/Osaka sehr sehenswert, aber es gibt in ganz Japan sehr viel zu erleben. Mir hat vor allem meine Reise durch Kyushu sehr gefallen, aber auch Orte wie Kusatsu Onsen, Kanazawa und Okayama sind sehr interessant.<\/p>\n<p><em><strong>Was genau hast du in Japan gemacht mit deinem Working Holiday Visum?<\/strong><\/em><br \/>Mein Working Holiday Jahr war ein einmaliges Erlebnis. Es war das erste Mal, dass ich von zuhause weg und auf mich selbst gestellt war. Ich hatte eine Stelle in einer \u00f6sterreichischen Konditorei, die mir sehr viel Spa\u00df gemacht hat. Auch habe ich die Zeit zum Reisen genutzt und bin, neben zahlreichen kleineren Ausfl\u00fcgen f\u00fcr sechs Wochen durch den Westen Japans gereist. Das Jahr in Japan hat mir viel <strong>Selbstbewusstsein<\/strong> gegeben und ich bin sehr f\u00fcr die Zeit dankbar.<\/p>\n<p><em><strong>Hast du schon einmal an einem Workshop teilgenommen?<\/strong><\/em><br \/>Ja, ich hatte im vergangenen Jahr die Chance an zwei Workshops teilzunehmen. Zum einen war das ein <strong>Wagashi-Workshop<\/strong>, der wirklich sehr interessant war. Ich liebe die traditionellen japanischen S\u00fc\u00dfigkeiten und es war sehr spannend diese einmal selbst zu formen. In Zukunft m\u00f6chte ich mich auch noch mehr damit besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Zudem habe ich am <strong>Taiko Workshop<\/strong> teilnehmen k\u00f6nnen, der wirklich sehr viel Spa\u00df gemacht hat. Es ist wirklich einmal etwas anderes selbst die Trommel zu schlagen anstatt immer nur zuzuh\u00f6ren. Da merkt man erst, was f\u00fcr eine Energie dahinter steckt.<\/p>\n<p>Ich finde es toll, dass es von Go! Go! Nihon bzw Studytrip.com solche Angebote gibt.<\/p>\n<p><em><strong>Gef\u00e4llt dir die japanische Pop Kultur?\u00a0<\/strong><\/em><br \/>Wie bereits erw\u00e4hnt ist mein Interesse von Manga und Anime inzwischen zur Musik gewechselt. Im Schnitt gehe ich einmal im Monat zu einem Konzert im Gro\u00dfraum Tokyo. Dazu geh\u00f6ren S\u00e4ngerinnen wir Ayumi Hamasaki, Ai Otsuka und Hikaru Utada. Aber ich mag auch Rockmusik sehr. Meine Lieblingsband in diesem Bereich sind MUCC, heidi. und One Ok Rock, aber auch Luna Sea, X Japan und mehr.<\/p>\n<p>Konzerte in Japan machen sehr viel Spa\u00df und sind teilweise anders im Vergleich zu Deutschland. Es herrscht eine andere Atmosph\u00e4re und auch Fandoms sind sehr unterschiedlich. Wenn ihr japanische Musik m\u00f6gt, solltet ihr in Japan mal ein Konzert besuchen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31904 size-large\" src=\"https:\/\/gogonihon.com\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20180409_125144n-1024x643.jpg\" alt=\"Claudia cake\" width=\"798\" height=\"501\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Was ist der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zwischen Deutschland und Japan?\u00a0<\/strong><\/em><br \/>Ich lebe nun seit \u00fcber 2 \u00bd Jahren in Japan und habe mein Leben inzwischen recht gut angepasst. Vor allem der Alltag unterscheidet sich bei mir sehr. In Deutschland hatte ich einen 40 Stunden B\u00fcrojob. In Japan bin ich nun <strong>Englisch-Lehrer<\/strong>, arbeite meist nachmittags und komme erst recht sp\u00e4t nach Hause.<\/p>\n<p>Je nachdem, was man f\u00fcr Bed\u00fcrfnisse hat, kann das Leben in Japan sehr teuer sein. Vor allem mir als Obstliebhaber fallen die Preise f\u00fcr Obst sehr schwer. Daf\u00fcr sind andere Lebensmittel und japanisches Fastfood wie <em>Ramen<\/em> und <em><a href=\"https:\/\/gogonihon.com\/de\/blog\/japanisches-sushi\/\"><strong>Kaiten-Sushi<\/strong><\/a><\/em> recht g\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Aber auch kulturell ist das Leben in Japan recht anders. Die Mitarbeiter sind alle sehr freundlich, auch wenn das teils nur eine Fassade nach au\u00dfen ist, weil Japaner oft ihre Gef\u00fchle nicht \u00f6ffentlich zeigen. Es ist auch schwierig enge japanische Freunde zu finden \u2013 einmal, weil viele sehr verschlossen sind. Andererseits haben viele neben der Arbeit auch kaum Zeit f\u00fcr h\u00e4ufige Treffen. Aber inzwischen gibt es auch viele M\u00f6glichkeiten andere Leute kennen zu lernen und mit diesen Japan zu entdecken.<\/p>\n<p><em><strong>Empfiehlst du japanische Sprachschulen?<\/strong><\/em><br \/>Wenn man wirklich Japanisch lernen m\u00f6chte, halte ich das f\u00fcr eine sehr gute M\u00f6glichkeit. Man lernt in der Schule jeden Tag sehr viel, was einen zwar auch am Anfang \u00fcberfordern kann und man muss sich auch wirklich hinsetzen und jeden Tag nach dem Unterricht Hausaufgaben machen und den Stoff wiederholen. Aber zudem hat man im Alltag neben der Schule gleich die Gelegenheit sein gelerntes einzusetzen. Die meisten Sprachschulen haben eine hohe Qualit\u00e4t und einen recht hohen Standard, durch den man sich die Sprache auch sehr gut aneignen kann.<\/p>\n<p><strong><em>Vielen Dank Claudia f\u00fcr deinen interessanten Erfahrungsbericht \u00fcber das Auswandern nach Japan! Wir w\u00fcnschen dir noch viel Spa\u00df hier!<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben Claudia interviewt,\u00a0Go! Go! Nihon und Yoko Lost in Japan Bloggerin. Sie ist in 2016 nach Japan ausgewandert und hat einige Tipps f\u00fcr euch, wie ihr dieses wunderbare Land genie\u00dfen k\u00f6nnt! Hi Claudia, erz\u00e4hle uns bitte ein bisschen von dir selbst! Woher kommst du genau?Hallo, ich bin Claudia und komme aus Deutschland. 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